Bahn stoppt umstrittene Anzeigenmotive
Regierungsfraktionen rügen Bahn-Chef

In den Regierungsfraktionen gibt es erheblichen Unmut über den Vorstandschef der Deutschen Bahn AG, Berlin, Hartmut Mehdorn, und die Anzeigenkampagne des Unternehmens gegen eine mögliche Trennung von Netz und Betrieb.

ek/ink BERLIN/DÜSSELDORF. "Es ist ärgerlich, dass Mehdorn mit den Anzeigen die Konfrontation in Richtung Politik geschürt hat", sagte Reinhard Weis, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, dem Handelsblatt. Der Bahn-Chef drohe seinem Unternehmen zu schaden, weil eine ergebnisoffene Untersuchung immer schwerer werde, wie die Unabhängigkeit von Netz und Betrieb zu erreichen ist. Verkehrminister Kurt Bodewig lässt dabei auch eine Herauslösung der Netz AG aus der Bahnholding prüfen, die Mehdorn ablehnt.

Auch der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Albert Schmidt, kritisierte die Bahn. "Es ist bedauerlich, dass mit den Anzeigen in einer Art Glaubenskrieg die Ängste geschürt wurden, bei einer Trennung von Netz und Betrieb könne die Sicherheit der Passagiere leiden." Beide Politiker betonten, dass eine Entscheidung letztlich im Parlament getroffen werde. Schmidt kritisierte zudem, dass das Unternehmen immer noch keine Liste der Projekte vorgelegt habe, die bis 2003 mit den zugesagten UMTS-Milliarden finanziert werden sollen. Der Bahn-Vorstand wollte die Liste bis März vorlegen.



Ein Bahn-Sprecher wies unterdessen Differenzen zwischen Mehdorn und DB-Aufsichtsratschef Michael Frenzel zurück. Nach Handelsblatt-Informationen hat Frenzel durchgesetzt, dass die Werbung gestoppt wird. Dies wurde am Donnerstag aus Kreisen des Aufsichtsrates erneut bestätigt. Der laufende Mediaplan werde "abgearbeitet", sagte der Bahn-Sprecher. Er räumte jedoch ein, dass ein drittes Motiv mit Aussagen eines Wissenschaftlers gegen die Trennung von Netz und Betrieb vorerst nicht veröffentlicht werde. Grund seien ausschließlich zeitliche Verzögerungen bei der Fertigstellung der Anzeige.

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