Bahnreform "zurückgedreht und pervertiert"
Union macht Druck auf Mehdorn

ddp/vwd BERLIN. Die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag macht nach der von der Bundesregierung angekündigten Trennung von Schienennetz und Fahrbetrieb der Bahn Druck auf Konzernchef Hartmut Mehdorn. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Klaus Lippold sagte der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe), für den Bahnchef sei die Ankündigung von Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) eine "schallende Ohrfeige". Er bezweifele, dass Mehdorn der geeignete Manager sei, das neue Bahnkonzept umzusetzen. Lippold verwies darauf, dass Mehdorn eine Trennung von Netz und Betrieb bisher stets abgelehnt habe, während der in der vergangenen Woche entlassene Aufsichtsratschef Vogel dieses Konzept befürwortete. "Es stellt sich die Frage, ob mit Vogel der Richtige in die Wüste geschickt wurde", sagte Lippold. Er befürchte, dass Mehdorn die Umorganisation weiter blockiere.

Der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Dirk Fischer, sagte, die Vorwürfe gegen Mehdorn seien "in der Sache berechtigt", weil Mehdorn die Bahnreform "zurückgedreht und pervertiert" habe. Das Konzept zur Trennung von Netz und Betrieb bezeichnete Fischer als "konsequent im Sinne der Bahnreform". Nach der Ausgliederung der DB Netz AG hält Fischer den geplanten Börsengang von Teilen der Bahn-Holding mit Ausnahme der DB Cargo für durchaus realisierbar. Einer Privatisierung des Netzes, wie von der FDP gefordert, erteilte er aber eine Absage. Die staatliche Infrastrukturaufgabe sei "nicht mit Renditedenken" vereinbar. Dieser Fehler, der in Großbritannien gemacht worden sei, dürfe nicht wiederholt werden.

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