Bahnvorstand plant angeblich Mitarbeiteraktien bei geplantem Börsengang
Bahn fürchtet Zerschlagung bei Scheitern der Sanierung

ap MÜNCHEN/BERLIN. Die Deutsche Bahn befürchtet nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" eine Zerschlagung, falls die angestrebte Sanierung mißlingen sollte. "Wenn die Sanierung verschleppt wird oder fehlschlägt, gibt es ein hohes Risiko, dass der Bund als Eigentümer das Verbundsystem Bahn auflöst", zitierte das Blatt in seiner Freitagausgabe ein internes Papier der Bahn. Um neu entstandene Schulden des Unternehmens abzubauen, werde der Bund möglicherweise Teilunternehmen bilden und diese einzeln verkaufen. Auf diese Weise entstünden "regionale Splitterbahnen, die sich isoliert behaupten müssen", warnte die Konzernspitze laut "SZ" weiter.

Wie das Blatt weiter berichtete, hatte Bahnchef Hartmut Mehdorn die rund 230 000 Beschäftigten schon vor einiger Zeit in einem Rundschreiben auf die Gefahr einer Zerschlagung hingewiesen. Die Bahn will bis 2004 rund 3,6 Mrd. DM bei den Personalkosten sparen. Am kommenden Mittwoch findet ein Spitzengespräch zwischen Bahnführung und Gewerkschaften statt. Beide Seiten stellen sich auf harte Verhandlungen ein. Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" will der Bahnvorstand die Mitarbeiter bei dem geplanten Börsengang des Unternehmens am Konzern beteiligen und damit wieder Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen bringen.

Die Bahn wolle bis zu einem Zehntel der Aktien im Wert von bis zu zwei Mrd. DM für ihre Mitarbeiter reservieren, schrieb das Blatt weiter. Die Belegschaft solle dadurch an den Sanierungserfolgen beteiligt werden. In Kreisen des Bahnvorstandes gehe man von einem künftigen Börsenwert des Konzerns von rund 20 Mrd. DM aus, schrieb das Blatt.

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