"Bald nur noch sechs große Maklerhäuser"
Kling Jelko und Spütz arbeiten zusammen

Das Maklerhaus Kling Jelko Wertpapierhandelsbank (KJW) und der verlustschreibende Wettbewerber Spütz haben einen Zusammenschluss von Geschäftsbereichen vereinbart und rechnen mit einer weiteren Konsolidierung in der Branche.

rtr FRANKFURT. "In ein bis zwei Jahren wird es nur noch fünf bis sechs größere Maklerhäuser in Frankfurt geben", sagte Vorstandsmitglied und Unternehmensgründer Bruno Kling am Freitag in Frankfurt. Derzeit gebe es rund 20 Wettbewerber, aber viele seien auf Dauer zu klein. Spütz und die ehemals unter Kling Jelko Dr. Dehmel firmierende KJW hatten zuvor bekannt gegeben, dass die Spütz Börsenservice GmbH in der KJW aufgehen werde. Dadurch würden die Bereiche Skontoführung, Orderausführung, Derivate-Verkauf sowie Optionsschein- und Zertifikatehandel unter einem Dach zusammengeführt. Ziel seien Kosteneinsparungen und eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.

Der Trend gehe zu einer Konsolidierung in der Branche, sagte Kling und verwies auf die Übernahme des Handelshauses Reich durch den Börsenmakler N.M. Fleichschhacker vor einigen Tagen. Zum Zusammenschluss mit Spütz sagte er: "Die neue Einheit ist schlagkräftig und akquisitionsfähig. Die Parkettbörse wird ein Auslaufmodell sein, als Outsourcingpartner für große Banken werden wir aber Zukunft haben."

Ob KJW an dem in Frankfurter Finanzkreisen kontrovers diskutierten neuen Service der Deutschen Börse "Xetra Best" teilnehmen wird, sei noch unklar, sagte KJW-Vorstand Michael Sterzenbach. "Xetra Best" ist ein Angebot der Börse, das Banken erlauben soll, Kundenorder gegeneinander oder gegen den eigenen Aktienbestand und nicht über die Börse zu handeln. Für die Banken liegt der Charme dieses Systems darin, dass sie an der Differenz zwischen Angebot- und Nachfragepreis verdienen. Kritiker werfen dem zum Herbst angekündigten System vor, es dünne die Liquidität auf Xetra aus und bevorzuge große Banken mit großen Orderströmen. "Wir sind da noch in einer gespannten Beobachterrolle", sagte Kling. "Bislang liegen uns von Seiten der Börse noch zu wenig Informationen für eine Entscheidung vor."

Nach der Teilfusion der mehrheitlich von dem britischen Wagniskapitalfinanzierer New Media Spark beherrschten Spütz mit KJW wird Spütz 50,1 % der Anteile an KJW halten, die aus einer Kapitalerhöhung auf zehn Mill. Aktien stammen werden. Bei einem Kurs von 1,40 ? am Freitagnachmittag ist dieses Paket somit derzeit 7,014 Mill. ? wert. Die Gesellschafter von Spütz haben sich den Angaben zufolge zu einer Haltefrist für die Aktien verpflichtet, deren Dauer aber auch auf Nachfrage nicht genannt wurde.

Die Spütz AG, die 2001 einen Verlust von 44,7 Mill. ? verbucht hatte, wird nach Aussagen eines Sprechers bis Ende Juni das Maklergeschäft in Düsseldorf schließen oder verkaufen. Auch die Verwaltung und der Firmensitz würden nach Frankfurt verlegt.

Kling-Jelko-Aktien zogen am Freitagnachmittag um rund 30 % auf 1,40 ? an, Spütz-Titel notierten um 3,88 % im Plus bei 4,02 ?.

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