Baldige Beitrittsverhandlungen nicht ausgeschlossen
Simitis befürwortet eine EU-Mitgliedschaft der Türkei

Der griechische MinisterpräsidentCostas Simitis befürwortet eine EU-Mitgliedschaft der Türkei, wenn diese die erforderlichen politischen Reformen verwirklicht. Simits schließt nicht aus, dass die Staats- und Regierungschefs der EU, der Türkei beim EU-Gipfel Mitte Dezember in Kopenhagen ein Datum für den Beginn von Beitrittsverhandlungen nennen werden.

HB BRÜSSEL. "Wir sind uns einig, dass wir der Türkei ein konkretes Zeichen geben wollen. Wie dies aussehen wird, hängt wesentlich von der Entwicklung in der Türkei bis zum EU-Gipfel ab. Herauskommen kann ein konkretes Datum für den Beginn von Verhandlungen oder zumindest ein Datum für Gespräche, bei denen wir mit der Türkei über den weiteren Annäherungsprozess an die EU sprechen wollen", sagte Simitis gegenüber dem Handelsblatt (Montag-Ausgabe).

Simitis distanzierte sich damit von Valéry Giscard d'Estaing. Der Präsident des Europäischen Konvents, der derzeit den Entwurf einer EU-Verfassung ausarbeitet, lehnt eine EU-Mitgliedschaft der Türkei ab, da das Land nicht Teil Europas sei.

Der Sieger der türkischen Parlamentswahlen Recep Tayyip Erdogan werde bei seinen bevorstehenden Besuchen in den europäischen Hauptstädten klarstellen, dass seine Partei keine anti-europäische Politik verfolge, sondern den Kurs der Annäherung an die EU fortführen wolle, meinte Simitis. Es sei falsch anzunehmen, dass Politiker, die aus dem Kreis islamischer Bewegungen kommen, anti-europäisch oder anti-westlich sind, meinte Simitis. Der Wunsch nach einer vertieften Kooperation mit der EU sei in der Türkei sehr weit verbreitet.

Die Türkei habe ein großes Interesse an einem Datum für Verhandlungen. Es komme aber darauf an, dass die Türkei ihre langfristigen Interessen in einer sich ständig ändernden Welt sieht und dass sie eine überzeugende Strategie der Annäherung an die EU entwickelt statt sich auf ein Datum zu fixieren, sagte Simitis.

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