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Balfour Beatty übernimmt Bahnfahrwegsysteme von ADtranz

Der Bahntechnik-Konzern verkauft vor der geplanten Übernahme durch den kanadischen Bombardier-Konzern eine weitere Geschäftssparte. Der Kaufpreis beträgt 153 Mill. Euro.

dpa BERLIN. Im Rahmen der vor einem Jahr eingeleiteten Sanierung wird der Bereich Bahnfahrwegsysteme für 153 Millionen Euro (299,9 Mio DM) an die britische Gruppe Balfour Beatty abgegeben, teilten beide Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit. Diese seit Jahren Gewinne erwirtschaftende ADtranz-Sparte erzielte 1999 einen Umsatz von 290 Millionen Euro und bringt ein Auftragsvolumen von 467 Millionen Euro (Ende 1999) ein. Die Bahnfahrwegsysteme beschäftigen 1 400 Mitarbeiter. Probleme durch die deutschen Kartellbehörden werden bei der Übernahme nicht erwartet, sagte Balfour-Beatty-Vorstandschef Mike Welton. Er hoffe, die ADtranz-Sparte noch Ende Oktober in die Unternehmensgruppe integrieren zu können. Die Standorte in Deutschland, darunter München und Frankfurt, sollen bestehen bleiben. An weiteren Unternehmensteilen des weltweit agierenden ADtranz- Konzerns wie die ebenfalls zum Verkauf stehende Signaltechnik seien die Briten nicht interessiert.

Die Balfour-Beatty-Gruppe, die vor allem bei der Entwicklung, Errichtung und Instandhaltung feststehender Infrastruktur tätig ist, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von etwa 3,7 Milliarden Euro und beschäftigt 25 000 Mitarbeiter. Die DaimlerChrysler-Tochter ADtranz hatte vor einem Jahr im Rahmen des Sanierungskurses angekündigt, mehrere Geschäftsbereiche abzustoßen. Der Verkauf der Bahnfahrwegsysteme, die 1999 einen Vorsteuer-Gewinn von 16,25 Millionen Euro erzielten und Ende 1999 über ein Nettovermögen von 13,4 Millionen Euro verfügen, sei bei der geplanten Übernahme von ADtranz durch Bombardier bereits berücksichtigt, hieß es. Für den Geschäftsbereich Signaltechnik gebe es derzeit keine Verhandlungen, sagte der für den Nahverkehr zuständige ADtranz- Manager Christer Badholm. Diese Sparte werde daher zunächst von Bombardier mit übernommen. Der seit Jahren mit Verlusten kämpfende ADtranz-Konzern will mit dem Verkauf einzelner Sparten und einem weiteren Stellenabbau wieder in die Gewinnzone kommen. Im vorigen Herbst hatte das Unternehmen angekündigt, weltweit weitere 3 000 seiner damals knapp 24 000 Stellen zu streichen. 1999 erzielte ADtranz einen Umsatz von 7,05 Milliarden DM bei einem hohen Verlust. Bombardier übernimmt bei Zustimmung der EU-Wettbewerbshüter ADtranz für 1,54 Milliarden DM.

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