Ballack: „Das Problem sind unsere Leistungsschwankungen“
Kritischer Kapitän

Vor dem Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin bemängelt Torwart Kahn die Einstellung seiner Kollegen.

MÜNCHEN. Am vergangenen Wochenende sind die Bayern in ihrem Misstrauen gegenüber Schiedsrichtern bestätigt worden. Lucio flog in Mönchengladbach (0:2) vom Platz, die Münchner waren außer sich. Nun werden schon Entscheidungen zugunsten des Gegners erwartet, bevor das Spiel angepfiffen ist. Diesmal geht es um die Trikotfrage. Und weil der Unparteiische den Bayern bereits beim Hinspiel untersagte, in den bevorzugten pechschwarzen Gewändern aufzulaufen, die von den Trikots der Italiener zu schlecht zu unterscheiden seien, rechnen sie auch beim heutigen Wiedersehen mit Juventus Turin mit wenig Gnade.

Es wäre nicht nur deshalb vermessen zu sagen, es liefe alles im Sinne der Bayern vor jener richtungweisenden Champions-League-Begegnung (Mittwoch, 20.45 Uhr, live auf Premiere) gegen den Tabellenführer der Gruppe C. Der italienische Rekordmeister hat seit Saisonbeginn in 13 Pflichtspielen gerade zwei Tore kassiert, seit dem 1:0-Heimerfolg gegen die Bayern vor zwei Wochen folgten drei weitere Zu-Null-Siege.

Einfach wird es also nicht werden, dabei käme den Bayern ein wenig Gefälligkeit von Seiten des Gastes durchaus gelegen. In der Bundesliga nur auf Platz fünf, waren die Bayern bislang nicht in der Lage, den eigenen Ansprüchen aus eigener Kraft zu genügen. "Das Problem sind unsere Leistungsschwankungen", analysierte Michael Ballack. Eine Niederlage könnte den Achtelfinal-Einzug der Münchner gefährden, der schon greifbar nahe schien. Zunehmend panischer nehmen die Bayernfans die anhaltende Funktionspause ihres Stürmerstars Roy Makaay zur Kenntnis. Seine Tore haben so manche aufkeimende Mini-Krise kurzerhand erschossen. Doch ausgerechnet jetzt hat der Niederländer die Produktion vorübergehend eingestellt hat. Noch aber ist das Gottvertrauen in Makaays termingerechte Qualitätsnachweise unerschüttert, wie Kollege Ballack versicherte: "Er hat immer gezeigt: Wenn es drauf ankommt, ist er da."

"Wir werden sicher eine Top-Leistung abrufen, aber darum geht es nicht", sagte Kapitän Oliver Kahn, "es ist bedenklich, dass es gegen gute Mannschaften geht und in der Liga nicht." Es fiel nicht schwer, seinen Sätzen leise Kritik an der Charakterfestigkeit der Kollegen zu entnehmen. "In Gladbach war von Beginn an die Stimmung: Schaun? mer mal. Wenn wir Meister werden wollen, müssen wir endlich erkennen, dass es so nicht läuft."

Für den Fall, dass nicht jeder einzelne ballspielende Angestellte der FC Bayern AG wisse, was er in diesen Tagen zu empfinden habe, verordnete er vorsichtshalber einen verbindlichen kollektiven Gemütszustand: "Wir Spieler müssen uns derzeit sehr, sehr unwohl fühlen in unserer Haut." Egal, ob der Stoff darüber schwarz, rot oder gold ist.

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