Ballack greift an
„Kein Verein in Europa ist besser als FC Bayern“

Mit Meisterschaft und Pokalsieg im Einstandsjahr war Michael Ballack absolut zufrieden, doch in seinem zweiten Jahr will der Fußball-Nationalspieler den FC Bayern München als "Leitwolf" zurück in die europäische Spitze führen. "Es gibt mehrere Vereine auf einem Level. Aber ich sehe keinen Verein in Europa, der besser ist als wir", verkündete der Nationalspieler am Montag selbstbewusst zum Auftakt des Bayern-Trainingslagers in Leipzig.

HB/dpa LEIPZIG. Das Champions-League- Finale ist das Ziel: "Wir haben die Klasse, um ganz weit zu kommen", betonte der 26-Jährige, der sich dabei auch selbst in die Pflicht nimmt: "Jeder muss mehr bringen, auch ich."

Auf "20 Prozent" hat Manager Uli Hoeneß das Steigerungspotenzial des ehemaligen Leverkuseners veranschlagt. Anders als der Brasilianer Zé Roberto und das große Sorgenkind Sebastian Deisler, die im Sommer 2002 zusammen mit Ballack nach München gekommen waren, hat sich der Mittelfeldspieler als Effenberg-Nachfolger jedoch auf Anhieb totale Wertschätzung in der Chefetage des Meisters erarbeitet. "Ballack hat vollkommen verinnerlicht, was den FC Bayern ausmacht", sagte Hoeneß; ein höheres Lob aus dem Mund des Managers ist kaum vorstellbar.

Für Zé Roberto und Deisler hatte Hoeneß dagegen am Montag im Fachmagazin "kicker" nur scharfe Kritik übrig. Zé Roberto habe eine "schlechte Saison" gespielt: "Man sage mir fünf gute Spiele von ihm", monierte Hoeneß und erwartet Besserung: "Es war nicht genug, diesen Hinweis hat Zé erhalten." Deislers Schonzeit ist ebenfalls endgültig abgelaufen, Hoeneß stellte sogar gleich eine doppelte Forderung an den 23-Jährigen, der auf und neben dem Platz wie ein Fremdkörper wirkt: "Er muss in die Stammelf. Und er wird sich öffnen müssen."

Deisler könnte sich Ballack zum Vorbild nehmen. Auf dem Platz überzeugt der Mittelfeldspieler durch Top-Leistungen, zudem übernimmt er auf und neben dem Spielfeld zunehmend das Kommando. Trotzdem will er neben Kapitän Oliver Kahn nicht allein verantwortlich für den Erfolg gemacht werden. "Der Anspruch des FC Bayern muss sein, dass es nicht nur zwei Spieler gibt, die die Mannschaft führen", bemerkte Ballack. Doch er verweigert sich der Führungsrolle nicht, gerade im Hinblick auf den geplanten internationalen Großangriff: "Gerade in der Champions League will ich mich steigern."

Darum würde er eine Verpflichtung des niederländischen Torjägers Roy Makaay (La Coruña) ausdrücklich gut heißen: "Wenn man einen Top- Stürmer holen kann, sollte man alles versuchen." Trotzdem schaut Deutschlands "Fußballer des Jahres" nicht neidisch auf Real Madrid, das sich gerade David Beckham als neuen Superstar leistete: "Gegen eine Mannschaft mit so vielen Superstars zu spielen und zu gewinnen, macht fast noch mehr Spaß, als selbst für sie zu spielen", sagte er.

Die vier Trainingstage im deutschen Osten sind für Ballack auch eine Rückkehr in die Heimat. Auf der Anreise am Sonntag machte der gebürtige Görlitzer mit dem FC Bayern für 90 Minuten in Chemnitz Station (11:1 gegen den dortigen VfB), wo er bis zum 20. Lebensjahr Fußball spielte. Und für Leipzig engagiert er sich als Botschafter für die Olympischen Spiele 2012. Nach dem Leipziger Sieg bei der nationalen Städte-Kür "geht es jetzt im größeren Stil" weiter, so Ballack. Im Kampf gegen New York, Paris oder London will der Sachse weiterhin für Sommerspiele in Deutschland werben: "Ich bin gerne bereit, Leipzig weiter zu helfen", meinte er am Montag.

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