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Ballack kündigt Gespräch mit Bayern-Chefs an

München (dpa) - Michael Ballack schlug versöhnliche Töne an, Franz Beckenbauer sprach von «Streicheleinheiten» - doch die Bayern-Chefs werben angeblich schon intensiv um prominenten Ersatz für ihre wechselwilligen Stars.

München (dpa) - Michael Ballack schlug versöhnliche Töne an, Franz Beckenbauer sprach von «Streicheleinheiten» - doch die Bayern-Chefs werben angeblich schon intensiv um prominenten Ersatz für ihre wechselwilligen Stars.

Nach wochenlangen Abschieds-Spekulationen will Ballack bei einem Gespräch mit der Vereinsführung des FC Bayern München offenbar Klarheit über seine berufliche Zukunft erhalten. «Wir werden uns demnächst, denke ich mal, unterhalten. Und das ist das Entscheidende», sagte der Fußball-Nationalspieler dem ZDF nach dem Länderspiel in der Schweiz.

Während Ballack seinen Willen bekundete, seinen Vertrag in München bis 2006 zu erfüllen, berichteten mehrere portugiesische Medien, dass die Bayern-Vorstände Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß am Vortag über eine Verpflichtung des Mittelfeldstars Deco vom Champions-League-Sieger FC Porto verhandelt hätten. Angeblich sollen die Münchner bei einem Treffen mit Präsident Jorge Nuno Pinto da Costa «etwa» 20 Millionen Euro geboten haben. Auch der Dortmunder Torsten Frings ist seit längerem ein Thema für das Bayern-Mittelfeld.



Ballack, für den der FC Barcelona zuletzt zehn Millionen Euro geboten haben soll, vertrat die Meinung, dass er nicht schuld an den jüngsten Unstimmigkeiten mit der Münchner Chefetage sei. «Ich habe ja nicht umsonst für vier Jahre unterschrieben. Ich spiele gerne in München und will auch noch gerne zwei Jahre hier spielen», meinte er, fügte jedoch einschränkend hinzu: «Aber wenn man nicht zufrieden ist oder wenn man sich anderweitig orientiert, dann muss man mir das sagen.» Er habe nach der Saison nur seine Meinung gesagt. «Ich glaube, das steht mir auch zu», so Ballack. Die Entscheidung, ob er in München bleibt, hänge «von allen Beteiligten» ab.

Präsident Beckenbauer, einst einer der größten Ballack-Kritiker beim FC Bayern, lobte Ballack beim Auftritt als ZDF-Experte als «einen unserer besten Spieler» und sprach sich für einen Verbleib des 27-Jährigen aus. Beckenbauer riet auch den anderen Bayern - Akteuren, künftig weniger zu reden. Aber der «Kaiser» räumte auch ein, dass die Stars mehr Unterstützung von den Chefs wünschten: «Jeder braucht so seine Streicheleinheiten. Man meint zwar, das sind gestandene Mannsbilder, verdienen Millionen. Aber man braucht doch die Ansprache und die Lobeseinheiten. Sie sind auch nur Menschen.»

Während Oliver Kahn nun öffentlich über seine weiteren Zukunftspläne bis nach der Europameisterschaft schweigen will, wird bereits über seinen möglichen Nachfolger bei Bayern spekuliert. Nach Angaben des «kicker» soll Vorstandschef Rummenigge Kontakt zum Torhüter des AC Parma, dem 24-jährigen Sebastian Frey, aufgenommen haben. Timo Hildebrand erteilte Spekulationen um einen Wechsel zu Bayern zusammen mit Felix Magath eine Absage. An solchen Meldungen sei «absolut nichts dran», so Stuttgarts Torhüter: «Mein Herz hängt am VfB, und ich habe auch mit keinem anderen Verein verhandelt.»

Spanische Medien mutmaßten indes, dass die Bayern bei Ballack auf Zeit spielen könnten. Befürchtungen der Münchner, dass Barcelona wie einst bei der Verpflichtung von Patrik Andersson Probleme mit der Bezahlung haben könnte, seien nicht mehr nötig. Die neue, seriösere Barca-Führung habe 40 Millionen Euro für neue Leute eingeplant.

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