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Ballmer auf Schmusekurs

Der Microsoft-Chef sorgt sich um ein unbekanntes Wesen in seinem Hause: gutes Image.

Was ist der Unterschied zwischen Unternehmensberatern und PR-Beratern? Die Reaktion der Kunden. Kommt ein Vertreter von McKinsey, BCG & Co. ins Haus, fallen selbst Vorstandschefs auf die Knie, neigen ihr Haupt gen Teppich und flehen: "Weiser Mann, erleuchte uns!" Die Abordnungen der Öffentlichkeitsarbeiter dagegen werden meist durchgewinkt wie Schmeißfliegen.

Doch in Zeiten der Krise greifen selbst die Giganten zum letzten Strohhalm. Microsoft-Chef Steve Ballmer, zum Beispiel. Angeblich arbeitet er derzeit an massiven Imagekorrekturen seines Konzerns. "Darüber grübele ich derzeit am stärksten", sagt er im Vorfeld der Computer-Messe Comdex, die derzeit in Las Vegas läuft. Details gibt es noch nicht, nur soviel: Künftig sollen Microsoft-Mitarbeiter stärker darauf achten, welches Bild sie nach außen hin abgeben.

Kein Wunder, dass Ballmer sich gerade jetzt um das Image sorgt: Die kleinen, stetigen Siege Microsofts im Kartellverfahren mit den US-Behörden freuen niemand außerhalb des Software-Herstellers - noch immer gilt er als arrogant bis über die Schmerzgrenze. Und noch schlimmer: Immer mehr Unternehmen und Behörden setzen auf das Konkurrenz-Betriebssystem Linux.

Und das wirbt bekanntermaßen mit einem herzallerliebsten Pinguin. Man darf gespannt sein, ob Microsoft sich bald ebenfalls mit einem kuscheligen Liebling umgibt - und welcher das sein wird. Angesichts Ballmers massiger Statur ist vom Gorilla als Haus-Tier allerdings abzuraten.

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter
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