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Bananenrepublik

„Bananenrepublik“. Ein Wort, das am Freitag durch die US-amerikanischen Medien geisterte. Grund dafür sind die geradezu absurd-skurrilen Vorgänge um die Präsidentschaftswahl. Der Ausgang einer solchen Wahl bringt in der Regel – zumindest kurzfristig – heftige Börsenbewegungen mit sich.

"Bananenrepublik". Ein Wort, das am Freitag durch die US-amerikanischen Medien geisterte. Grund dafür sind die geradezu absurd-skurrilen Vorgänge um die Präsidentschaftswahl. Der Ausgang einer solchen Wahl bringt in der Regel - zumindest kurzfristig - heftige Börsenbewegungen mit sich.



Doch wie man gesehen hat, der Nicht-Ausgang allerdings auch. Die Technologiebörse Nasdaq hat in dieser Woche zweimal fünf Prozent an einem Tag verloren. Investoren lieben klare Verhältnisse. Ob nun ein Republikaner oder ein Demokrat an der Spitze des Staates steht - ersteinmal ist wichtig, dass man überhaupt weiß, wer die Geschicke des Landes in die Hand nimmt. Eine ausgeglichene Situation ist für die Börse dabei bisher am Besten gewesen. Also beispielsweise wie bisher ein demokratischer Präsident, dafür dann eine republikanische Mehrheit im Kongress.



Als die Börse zunächst von einem Wahlsieg Bushs ausging, stiegen auch die Werte, die von seinem Triumph am Meisten profitieren könnten. Dementsprechend ging es für die Pharmabranche mit Merck und Johnson&Johnson nach oben. Gore setzt sich für Umweltschutzprogramme und effizientere Energienutzung ein, bei Bush ist ein weiterhin hoher Ölverbrauch wahrscheinlich, somit stieg ExxonMobil. Und auch der Tabakwert Philip Morris verbesserte sich.



Der Euro ist weiterhin auf Schlingerkurs. In den USA werden die Stützungskäufe der vergangenen Tage durch die Europäische Zentralbank eher als Zeichen der Schwäche gesehen. Bush und Gore stehen beide für einen starken Dollar. Doch Gore würde sich - so heißt es - eher für einen etwas stärkeren Euro einsetzen. Bush hingegen ist dollarfixiert und interessiert sich kaum für die Gemeinschaftswährung auf dem anderen Kontinent.



Der Computerproduzent Dell verursachte schon vor einigen Wochen große Turbulenzen an der Nasdaq. Das Management sprach von einem abgebremsten Wachstumskurs. Nun kamen die Quartalszahlen heraus und tatsächlich ist nur noch von einem 20-prozentigen Wachstum und nicht mehr von 30 Prozent die Rede. Das reicht den Investoren nicht. Warum eigentlich so viel Geld für Firmen bezahlen, die die Hoffnungen, die man in sie gesetzt hat, nicht erfüllen, fragten sich die Anleger. Sie setzten Dell und Mitbewerber wie IBM und Hewlett-Packard auf die Verkaufsliste. Doch Firmenchef Michael Dell ist weiterhin optimistisch für sein Unternehmen, vor allem, weil er es umstruktiert und profitabler machen will.



Insgesamt verlor der Dow Jones-Index im Wochenvergleich moderate zwei Prozent. Der Nasdaq Index notierte auf dem tiefsten Stand seit über einem Jahr und gab über zwölf Prozent ab.

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