Banca Intensa und Unicredito über Markterwartungen
Italiens Banken überraschen positiv

Seit exakt einem Jahr hat Corrado Passera das Ruder bei der Banca Intensa in der Hand. Nun erntet er die ersten Früchte seiner Arbeit: Betriebsergebnis und Nettogewinn der Bank stiegen im ersten Quartal mit zweistelligen Zuwachsraten. Aber auch Unicredito und San Paolo legten gestern gute Zahlen vor.

mab MAILAND. Die drei führenden italienischen Großbanken haben gestern überraschend positive Quartalszahlen vorgelegt. Sowohl Marktführer Banca Intesa als auch die profitabelste Bank des Landes, Unicredito Italiano, weisen dabei hohe Erträge im Eigenhandel aus. Die Turiner San Paolo IMI hat seine Kosten im Griff.

Zwar ist der Nettogewinn von Intensa mit 313 Mill. Euro im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um 26 % zurückgegangen. Seinerzeit hatten aber hohe außerordentliche Erträge das Ergebnis verzerrt. Mit einem Betriebsergebnis von 921 Mill. Euro (+12,3 %) hat das Mailänder Institut jedoch die Erwartungen des Marktes klar übertroffen.

Exakt ein Jahr nach seinem Amtsantritt trägt die Banca Intensa bereits deutlich die Handschrift des erfolgreichen Sanierers der italienischen Post, Corrado Passera. Er hat in den vergangenen Monaten Auslandstöchter verkauft, Kreditrisiken abgebaut - und vor allem eisern gespart. Ergebnis: Die Eigenkapitalrendite ist von mageren 1,6 % Ende 2002 auf 10 % in die Höhe geschnellt; die Kostenquote von 68 % auf im internationalen Vergleich respektable 63 % gesunken. Parallel hat sich die Eigenkapitalausstattung verbessert. Die Kernkapitalquote (Core Tier 1) liegt nun bei der von der Zentralbank ab Jahresende geforderten Marke von 6 %.

"Intesa ist bereits heute eine sehr eindrucksvolle Turn-around-Geschichte," sagte gestern der Bankanalyst eines angelsächsischen Investmenthauses. Im Einzelnen sind die Zinseinnahmen wegen des Drucks auf die Margen im ersten Quartal um 7 % auf 1,4 Mrd. Euro gesunken, die Kommissionserlöse um 6 % auf 804 Mill. Euro gefallen. Wie andere Banken hat auch Intesa vom kurzfristigen Boom an den Märkten profitieren können und im Eigenhandel 194 Mill. Euro (+106 %) verdient. Auf der anderen Seite sind die gesamten operativen Kosten um 10 % auf 1,6 Mrd. Euro gesunken, allgemeine Verwaltungskosten konnte Intensa-Chef Passera sogar um 13,5 % drücken.

Anhaltend hoch bleibt die Risikovorsorge für Kredite (+45 % auf 284 Mill. Euro). Abschreibungen hat Intesa abermals auf Beteiligungen in Südamerika und der Hypo-Vereinsbank vorgenommen. Nachdem bereits eine Verkaufsofferte für die Tochter Sudameris Brasil seitens der niederländischen Großbank ABN Amro vorliegt, teilte Intesa gestern mit, dass nun auch für die Chilenische Tochter, Sudameris Chile, ein Angebot von Banco Desarollo über 30 Mill. Euro vorliege.

Ganz andere Faktoren stecken hinter den abermals brillanten Zahlen von Unicredito. So hat das von Alessandro Profumo geleitete Haus auch in den ersten Monaten 2003 eher eine Wachstumsstrategie verfolgt. Das Resultat ist ein Betriebsergebnis in Höhe von 1,26 Mrd. Euro (-3 %) und ein Nettogewinn von 515 Mill. Euro (+5,5 %). Die Eigenkapitalrendite ist gegenüber dem letztjährigen Durchschnitt um fast einen Prozentpunkt auf 18,3 % gestiegen. Mit einer Kostenquote von 52,7 % ist Unicredito Spitze in Europa. Die Zahlen haben Marktteilnehmer umso mehr beeindruckt, als sich das Haus aktuell in einer tief greifenden Umstrukturierung befindet: Seit Jahresanfang operieren unter dem Dach der Holding drei Spezialbanken: für die Massenkundschaft, die Firmenkunden und wohlhabende Privatleute.

Ebenfalls inmitten einer Restrukturierung des Filialnetzes befindet sich San Paolo IMI, die gestern einen Quartalsgewinn von 280 Mill. Euro (+0,7 %) veröffentlichte. Im Gegensatz zur Konkurrenz hat das Institut den Zinsüberschuss um 3 % auf 955 Mill. Euro ausweiten können. Grund: San Paolo konnte eigenen Angaben zufolge höhere Margen am Markt durchsetzen.

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