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Banco Santander macht Milliarden-Übernahmeofferte für Abbey National

(dpa-AFX) Madrid/London - Spaniens größte Bank Santander Central Hispano (SCH) < SAN.SCM > < Bsd2.FSE > will den britischen Konkurrenten Abbey National < ANL.ISE > < AYN.FSE > schlucken. Am Montag gab Santander ein Angebot im Wert von mehr als 8 Milliarden Pfund für das britische Geldinstitut ab.

(dpa-AFX) Madrid/London - Spaniens größte Bank Santander Central Hispano (SCH) < SAN.SCM > < Bsd2.FSE > will den britischen Konkurrenten Abbey National < ANL.ISE > < AYN.FSE > schlucken. Am Montag gab Santander ein Angebot im Wert von mehr als 8 Milliarden Pfund für das britische Geldinstitut ab.

Mit der bisher größten grenzübergreifenden Bankenübernahme in Europa entstünde die nach Marktkapitalisierung weltweit zehntgrößte Bank, wie die SCH in Madrid meldete. Abbey unterstützt den Vorstoß. Mit Hindernissen seitens der Regulierungsbehörden rechnen die Briten nicht. Die Santander-Gruppe will mit dem Zukauf nicht zuletzt einen Ausgleich für die mit ihrer Expansion in Lateinamerika verbundenen Risiken erreichen.

Angebots-Details

Die Akquisition soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Abbey-Aktionäre sollen für je eine Aktie einen Anteilschein der Santander Central Hispano SA sowie 31 britische Pence in bar bekommen. Gemessen an dem Schlusskurs von Banco Santander vom 22. Juli (8,34 Euro) habe die Übernahme damit einen Wert von 8,5 Milliarden Euro (12,9 Mrd Euro). Einen Tag später war die Akquisitionsabsicht der nach eigenen Angaben zweitgrößten Bank in der Eurozone (gemessen an der Marktkapitalisierung) offiziell bekannt geworden.

Allerdings hat die SCH-Aktie seither deutlich an Wert verloren. Vergangenen Freitag war sie vom Handel ausgesetzt worden. Am frühen Montagnachmittag eröffnete sie mit einem Kursrutsch von 3,75 Prozent auf 7,70 Euro. Zuletzt notierte sie mit 3,25 Prozent im Minus auf 7,74 Euro. Der Abbey-Titel verlor in London zeitgleich 3,79 Prozent auf 558 Pence. Allerdings hatte die Aktie am Freitag ihren Wert um fast ein Fünftel gesteigert. Santander hatte außerdem angekündigt, im Zuge der Übernahme des britischen Geldinstituts Abbey etwa 4 Prozent eigene Aktien zurückkaufen.

'Attraktive Plattform'

"Banco Santander ist der Ansicht, dass Abbey eine attraktive Plattform für den Einstieg in den lukrativen britischen Bankenmarkt ist und ein bedeutendes Potenzial hat", teilte die SCH mit. Die Akquisition werde das Vorsteuerergebnis im dritten Jahr nach Abschluss der Übernahme um 560 Millionen Euro erhöhen. Ab 2006 werde sich die Übernahme positiv im Ergebnis je Aktie niederschlagen.

Abbey will Santander 81,7 Millionen Pfund zahlen, falls seine Führungsspitze ihre Empfehlung der Übernahme zurücknimmt. Damit wolle die britische Bank andere Bieter abschrecken. Als mögliche Interessenten gelten der weltgrößte Finanzkonzern Citigroup < C.NYS > < TRV.FSE > sowie die britischen Hsbc < Hsba.ISE > < Hbc1.FSE > und Royal Bank of Scotland < RBS.ISE > < RYS.FSE > . Auch Lloyds TSB < Lloy.ISE > < LLD.FSE > könnte ein Gegenangebot erwägen. 2001 war Lloyds mit einem Übernahmeversuch an Wettbewerbsbedenken seitens der britischen Regierung gescheitert.

Unterdessen erachten Experten den Einstieg einer ausländischen Bank bei einem großen deutschen Institut nach dem Bekanntwerden der SCH-Offerte als nicht wahrscheinlicher. Neben den Ertragsproblemen behindere vor allem die Struktur der deutschen Banklandschaft eine Investition eines ausländischen Instituts, schreibt Merck-Finck-Analyst Konrad Becker. Außerdem müsste eine ausländische Bank mit politischem Widerstand rechnen.

Halbjahres-Zahlen

Mit der Übernahme der sechstgrößten britischen Bank Abbey National würde Banco Santander Zugang zu rund 740 Filialen mit rund 18 Millionen Kunden erhalten. Abbey National, nach eigenen Angaben der zweitgrößte britische Hypothekenfinanzierer, steckt seit einiger Zeit in einer schwierigen Situation. Im Geschäftsjahr 2003 verbuchte die Bank einen Verlust. Im laufenden Geschäftsjahr will die Bank wieder schwarze Zahlen schreiben.

Im ersten Halbjahr kehrte Abbey vor Steuern in die Gewinnzone zurück und erzielte 350 Millionen Pfund gegenüber einem Verlust von 144 Millionen Pfund ein Jahr zuvor. Die SCH hatte im vergangenen Jahr einen Nettogewinn von 2,6 Milliarden Euro erzielt - rund 16 Prozent mehr als 2002. Im ersten Halbjahr 2004 steigerte SCH ihren Überschuss im Jahresvergleich von 1,29 auf 1,91 Milliarden Euro. Operativ erhöhte sich das Ergebnis von 2,899 auf 3,268 Milliarden Euro.

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