Banco Santander neuer Teilnehmer des umstrittenen Handelssystems
Xetra Best kommt in Schwung

Das neue Handelssystem Xetra Best kommt sechs Wochen nach dem Start in Schwung. Nach Angaben der Deutschen Börse wurden in der vergangenen Woche 40 Mill. Euro umgesetzt. Im Durchschnitt waren es seit dem Start Anfang September rund 30 Mill. Euro pro Woche. Rekordtag war bisher der vergangenen Freitag mit 12 Mill. Euro Umsatz.

pot FRANKFURT/M. Eine Sprecherin der Börse, die jetzt erstmals Umsatzzahlen für das umstrittene Handelssystem nannte, zeigte sich mit dem Auftakt zufrieden: "Es geht in die richtige Richtung." Die Umsätze seien kontinuierlich gestiegen. Gegenüber dem normalen Xetra-Handel ist das Geschäft mickrig: Hier lag der Wochenumsatz im September bei 15 Mrd. Euro. Im Vergleich zu den Regionalbörsen sieht es schon besser aus: Die sieben deutschen Börsen außerhalb Frankfurts setzten im September pro Woche 317 Mill. Euro um. Xetra Best hat also etwa ein Zehntel der Umsätze der Regionalbörsen erreicht. Rund 90 % des Geschäfts entfielen auf Dax-Werte.

Xetra Best erlaubt den Banken die so genannte Internalisierung: Sie können Aufträge von Kleinanlegern direkt ausführen, ohne sie in das Orderbuch des normalen Xetra-Handels zu stellen. Die Börse hatte dieses System eingeführt, um zu verhindern, dass die Banken hausintern eigene Internalisierungs-Plattformen aufbauen. Doch wurde der Start von Xetra Best vom Kurseinbruch an den Börsen überschattet, der zu einem drastischen Rückgang der Umsätze im Aktienhandel führte. Viele Banken sehen daher zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Bedarf für hausinternen Handel. Statt der ursprünglich anvisierten 13 Teilnehmer beteiligten sich zunächst nur vier Häuser an Xetra Best: die Commerzbank, die Hypo-Vereinsbank (HVB) und die Maklerfirmen Archelon und Fleischhacker. Die HVB tritt nur als "Orderflow-Provider" auf, das heißt, sie leitet Aufträgen an "Best Executoren" genannte Maklerfirmen weiter, die die Orders ausführen. Vor einigen Tagen ist nach Informationen des Handelsblatts ein neuer Orderflow-Provider hinzugekommen, die spanische Großbank Banco Santander Central Hispano. Damit ist erstmals eine ausländische Bank auf Xetra Best aktiv. Bis zum Jahresende hofft die Börse auf einen zweistelligen Teilnehmerkreis.

Kritik an Xetra Best äußern vor allem die Regionalbörsen. Sie fürchten ein Austrocknen des eigentlichen Börsenhandels. Dies wiederum könnte zu einer Ausweitung der Spreads und damit zu schlechteren Preisen für alle Anleger führen, so der Vorwurf. Sollten die Banken verstärkt Xetra Best nutzen, müssten die Regionalbörsen um ihre Marktnische fürchten. Da institutionelle Investoren vornehmlich auf Xetra handeln, leben die kleinen Börsen praktisch ausschließlich vom Geschäft mit Kleinanlegern.

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