Bandenkämpfe protestantischer Gruppen spitzen sich zu
Mädchen bei Anschlag in Nordirland verletzt

ap COLERAINE/NORDIRLAND. Die Welle der Gewalt zwischen rivalisierenden protestantischen Gruppen in Nordirland hält weiter an. Bei einem Anschlag auf ein Wohnhaus in Coleraine nahe Londonderry wurde am späten Montagabend ein elf Jahre altes Mädchen von einer Kugel in den Rücken getroffen. Das verletzte Kind wurde ins Krankenhaus gebracht und lag am Dienstag noch auf der Intensivstation. Für den Anschlag, bei dem aus Maschinengewehren 19 Schüsse auf das Haus der protestantischen Familie abgefeuert wurden, wurde die Ulster Volunteer Force (UVF) verantwortlich gemacht.

Politiker in der Provinz äußerten sich besorgt über die jüngste Gewalttat. "Diese Vendetta hat schon viel zu viele Menschenleben gefordert", sagte der Abgeordnete William Ross von der protestantischen Partei Ulster Unionists (UUP). Ein Vertreter der protestantischen Ulster Democratic Party (UDP), John White, äußerte die Befürchtung, dass sich die Gewalt auf ganz Nordirland ausdehnen könnte. Er forderte beide Seiten zu einem Waffenstillstand auf.

Den Auseinandersetzungen zwischen der UVF und der rivalisierenden, mit der UDP in Verbindung stehenden Ulster Defense Association (UDA) fielen bereits drei Menschen zum Opfer. Dutzende Familien wurden aus ihren Häuser vertrieben, zumeist im Belfaster Bezirk Shankill. Beide Gruppen hatten 1994 gemeinsam eine Feuerpause beschlossen und Anschläge auf die katholische Minderheit in Nordirland eingestellt. Seitdem kam es jedoch zunehmend zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Gruppen über die Kontrolle krimineller Banden in Teilen Belfasts. In Zusammenhang mit dem Anschlag vom Montag verhörte die Polizei drei Verdächtige.



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