Archiv
Bangen um japanische Geisel im Irak

Die Terrorgruppen im Irak verbreiten mit immer neuen Geiselnahmen Angst und Schrecken. Japans Regierung erklärte, sie werde sich nicht den Forderungen der Entführer eines 24 Jahre alten Japaners beugen, mit dessen Ermordung die Anhängern des Jordaniers Abu Mussab al-Sarkawi drohen.

dpa BAGDAD/KAIRO. Die Terrorgruppen im Irak verbreiten mit immer neuen Geiselnahmen Angst und Schrecken. Japans Regierung erklärte, sie werde sich nicht den Forderungen der Entführer eines 24 Jahre alten Japaners beugen, mit dessen Ermordung die Anhängern des Jordaniers Abu Mussab al-Sarkawi drohen.

Die Gruppe hat bereits mehrere ausländische Geiseln enthauptet und verlangt jetzt den Rückzug der japanischen Soldaten aus dem Irak innerhalb von 48 Stunden. In der Kleinstadt Bedschi wurden am nach Polizeiangaben zwei irakische Vertragsarbeiter der US-Armee vor ihren Häusern entführt.

Zur gleichen Zeit stellte eine andere Extremistengruppe Bilder von elf entführten irakischen Nationalgardisten ins Internet. Die Al-Sunna-Armee erklärte, sie habe die "Milizionäre der Besatzungsarmee" auf der Schnellstraße zwischen Bagdad und Hilla gefangen. Die Gruppe nannte die Namen der Geiseln, stellte aber keine Forderungen auf. Am Wochenende hatten die Terroristen um Al-Sarkawi 49 irakische Soldaten ermordet.

Der irakische Verteidigungsminister Hasim Schaalan erklärte, unter dem Regime von Saddam Hussein wäre Al-Sarkawi innerhalb kürzester Zeit verhaftet worden. "Wenn wir noch in der Saddam-Ära wären, dann hätten wir Al-Sarkawi innerhalb von zwei Tagen festnehmen können", sagte Schaalan der arabischen Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat" (Mittwoch). Der Terrorist, der in der Umgebung der westirakischen Stadt Falludscha vermutet wird, profitiere von der "demokratischen Atmosphäre" im Irak.

Der entführte Japaner wurde unterdessen von Angehörigen identifiziert. Die Familie von Shosei Koda erkannte den 24-Jährigen in einem am Dienstagabend von den Entführern im Internet veröffentlichten Video. Die Sarkawi-Gruppe droht in dem Video, den Mann zu töten, sollte die Regierung in Tokio ihre Truppen nicht binnen 48 Stunden aus dem Irak abziehen. Warum sich der Japaner im Irak aufhielt, war zunächst unkar. Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi wies die Forderung der Geiselnehmer zurück. Er bat die irakische Übergangsregierung um Hilfe in dem Entführungsfall. Keine neuen Informationen gibt es bislang zum Schicksal der irakisch- britischen Geisel Margaret Hassan.

Die britischen Streitkräfte begannen am Mittwoch mit der Verlegung von 850 Soldaten aus dem Südirak in die Nähe von Bagdad. Das bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in London. Bisher war die Einheit "Black Watch" in der Hafenstadt Basra stationiert. Die Verlegung ist in Großbritannien umstritten, weil der Süden als sicherer gilt. Ein amerikanischer Soldat kam nach Armeeangaben bei einem Sprengstoffanschlag auf einen Militärkonvoi in der Nähe von Balad ums Leben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%