Bank-Darlehen über 120 Mill. Euro
EU-Kommission genehmigt Bürgschaft für LTU

Erwartungsgemäß hat die Europäische Kommission gestern die Weichen für die weitere Sanierung der angeschlagenen Düsseldorfer Ferienfluggesellschaft LTU gestellt.

ek/afp DÜSSELDORF. Brüssel genehmigte eine Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen zur Absicherung von Bank-Darlehen über 120 Mill. Euro. Die Kredite sollen innerhalb der nächsten sechs Monate ausgezahlt werden und drohende Liquiditätsprobleme der in der Sog der Pleite ihres 49,9-Prozent-Gesellschafters Swissair geratenen Airline beseitigen.

Offen ist unterdessen, in welcher Eigentümer-Konstellation die LTU die nächsten Sanierungsschritte unternimmt. Die Stadt-Sparkasse Düsseldorf, die gemeinsam mit der WestLB und der Dresdner Bank die Finanzsspritze zur Verfügung stellen wird, will nicht - wie zunächst vorgesehen - als Treuhand-Eigentümer der ehemaligen Swissair-Anteile fungieren. Wie eine Sprecherin dem Handelsblatt erklärte, sehe das Geldinstitut rechtliche Konflikte, wenn es einerseits als Geldgeber, andererseits aber als Treuhänder auftrete. Ein neuer Partner sei bereits "in Aussicht". Nach Angaben eines LTU-Sprechers handelt es sich dabei um "eine deutsche Treuhandgesellschaft". Diese könne erst genannt werden, wenn die Verträge unterschrieben sind.

Der verbliebene Hauptgesellschafter Rewe, der 40 % an der LTU hält und zum Jahresbeginn die Reise-Veranstalter der LTU in seine Touristikgruppe (ITS, Dertour) übernommen hatte, wollte lediglich die Suche nach einem neuen Treuhänder bestätigen. Für den Fortbestand des Unternehmens sei entscheidender, dass die EU-Kommission die Landesbürgschaft genehmigt habe.

Die Unterstützung Nordrhein-Westfalens erfüllt laut Kommission die Kriterien für so genannte Rettungshilfen, erklärte die EU-Kommission. So sei die Beihilfe aus sozialen Gründen gerechtfertigt, da 2500 Arbeitsplätze direkt und weitere 2000 indirekt mit der Zukunft des Unternehmens verknüpft seien. Positiv merkte die Kommission die Begrenzung der Garantie an, die nach EU-Recht wie eine Beihilfe behandelt wird. Die Darlehensbürgschaft werde zudem zu marktüblichen Zinsen gewährt.

Gegen die Erteilung der Landesbürgschaft hatten die Deutsche Lufthansa und der Reiseveranstalter Thomas Cook AG, Tochter von Lufthansa und Karstadt-Quelle, bereits im Vorfeld Beschwerde eingelegt. Der Staat dürfe nicht einseitig in den Markt eingreifen und den Wettbewerb verzerren, hatte es geheißen. LTU-Chef Sten Daugaard hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Er will das Unternehmen bis 2003 in schwarze Zahlen und ab 2004 in die Gewinnzone führen.

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