Bank für Internationalen Zahlungsausgleich: Kosten der Mobilfunklizenzen belasten Telekom-Anleihen Unsicherheiten an den
BIZ: UMTS-Lizenzkosten belasten Finanzmärke

Führende Wirtschaftsexperten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnen vor wachsenden Gefahren an den Finanzmärkten. Als Gründe nennen die Vertreter der Bank der Notenbanken unter anderem die Belastungen des Telekommunikationssektors durch die Kosten für die Mobilfunklizenzen, die starken Währungsschwankungen und Ungleichgewichte bei den wirtschaftlichen Rahmendaten.

Handelsblatt BASEL/FRANKFURT. In den vergangenen Monaten sei die Stimmung der Anleger von Optimismus in Unbehagen umgeschlagen, habe die Besorgnis von den Aktienbörsen auf die Anleihemärkte übergegriffen.

Analysten befürchten weiteren Druck auf die Kurse der Anleihen von Telekom-Firmen, wenn die Aktienmärkte schwach bleiben und Börsengänge von Mobilfunktöchtern, die dem Schuldenabbau dienen sollten, zu wenig einbringen. Die BIZ begründet den Kurseinbruch der Anleihen seit Frühjahr mit der hohen Verschuldung der Gesellschaften und den Kosten für die Ersteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen. Nach Meinung von DG-Bank-Analyst Hans-Ulrich Templin denken manche Firmen, so Telekom Italia, über neue Finanzierungsquellen nach. Anleihebesitzer sollten seiner Meinung nach aber jetzt nicht in Panik verfallen.

In ihrem Quartalsbericht zu den Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten beziffert die BIZ die Anleiheemissionen der Telekomanbieter in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres auf 94 Mrd. $. Dazu kommen 197 Mrd. $ an Krediten. Das Institut weist in diesem Zusammenhang auf die Warnung des Baseler Forums für Finanzstabilität hin, der zunehmend verschuldete Telekomsektor berge neue Risiken für die Stabilität des globalen Finanzsystems. Bei diesem Forum handelt es sich um ein Gremium der G7-Industriestaaten, in dem Vertreter der Regierungen, Notenbanken und Aufsichtsbehörden versammelt sind.

Auf weitere Risiken wiesen Redner auf einer Veranstaltung der Herbert in Berlin am Wochenende hin. Der Generaldirektor der BIZ, Andrew Crockett, warnte vor den Folgen der anhaltenden Euro-Schwäche gegenüber dem Dollar. Ihn beunruhigen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Währungsverschiebungen. Seiner Meinung nach ist eine schnelle Umkehr des bisherigen Währungstrends zugunsten des Euros unvermeidlich. Der renommierte US-Ökonom Rüdiger Dornbusch verglich die Einführung des Euros zwar mit einem fehlgeschlagenen Börsengang. Die Europäische Einheitswährung sei aber jetzt nur etwa 10 % von ihrem fairen Wert entfernt.

Frankreichs Notenbankpräsident Jean-Claude Trichet sieht in den hohen Leistungsbilanzdefiziten der Industrieländer einen auf Dauer ungesunden Zustand. Es sei nicht akzeptabel, wenn sich die reichsten Länder ihren Wohlstand auf Dauer vom Rest der Welt finanzieren liessen. Tommaso Padoa-Schioppa, Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank, dämpfte allzu große Skepis. In der Geschichte habe es immer wieder große Währungsschwankungen gegeben. Die Vorkehrungen, die man in Europa gegen Instabilitäten im Finanzsystem entwickelt habe, seien absolut ausreichend.

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