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Bank of England-Chef: Rezession nicht ausgeschlossen

Nach den Anschlägen in den USA kann eine Rezession in Großbritannien nach den Worten des Chefs der Bank von England (BoE), Edward George, kurzfristig nicht ausgeschlossen werden.

Reuters LONDON. Auf die Frage, ob die britische Wirtschaft in der Lage sei, eine Rezession zu vermeiden, antwortete George im Fernsehsender "BBC" am Sonntag, es sei zu früh, dies zu sagen. George bezeichnete den Zeitpunkt für die Anschläge als schlecht mit Blick auf die Weltwirtschaft.

Zuversichtlicher äußerte sich George zu den langfristigen Aussichten. Der Währungshüter verteidigte die überraschende Leitzinssenkung der BoE am vergangenen Dienstag und kündigte eine neue Bewertung der Folgen der Anschläge bei der nächsten Zinsentscheidung an.

Auf kurze Sicht könne eine Rezession in Großbritannien zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, sagte George. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Wachstum des britischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund 2 % in diesem Jahr nach 3,1 % im Vorjahr. "Der Gesamteindruck ist, dass wir im laufenden und vielleicht auch im kommenden Quartal eine Abschwächung sehen werden", sagte George.

Die Anschläge "hätten nicht zu einem schlechteren Zeitpunkt kommen können", sagte der britische Notenbankchef weiter. Zuversichtlicher äußerte er sich mit Blick auf die langfristigen konjunkturellen Aussichten Großbritanniens und der Weltwirtschaft. "Es gibt Gründe anzunehmen, dass die Welt nach der kurzfristigen in keine wirklich ernsthafte Rückgangsphase gehen wird", sagte George. Er betonte, dass die wichtigsten Notenbanken bald nach den Anschlägen eingeschritten seien, um das weltweite Wirtschaftswachstum zu unterstützen, und das sie dies wieder täten, sollte es nötig sein.

Der für die Geldpolitik der BoE verantwortliche Ausschuss (MPC) hatte seinen Leitzins vergangene Woche um 25 Basispunkte auf 4,75 % im Schlüsselzins zurückgenommen, nachdem die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) zuvor ihre Leitzinsen jeweils um einen halben Prozentpunkt gesenkt hatten. In den USA liegt der Schlüsselzins seit vergangenem Montag bei 3,0 % in der Euro-Zone bei 3,75 %.

Der britische Währungshüter bezeichnete den geringeren Zinsschritt der BoE als gerechtfertigt angesichts der relativ starken britischen Binnennachfrage, fügte aber hinzu, der MPC werde die Auswirkungen der Anschläge in den USA bei seiner nächsten regulären Sitzung in der ersten Oktoberwoche neu einschätzen. Die Mehrzahl der Analysten rechnet bei diesem Treffen mit einer weiteren Zinssenkung der BoE auf dann 4,5 % im Schlüsselzins.

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