Bank of England gibt am Donnerstag Zinsentscheidung bekannt
Optimisten: „Footsie“ von 8000 bis Ende 2001 möglich

Der lang prophezeite Zinsknick in Großbritannien ist nah, doch wird er in dieser Woche noch ausbleiben. Die Pharma-Branche bleibt weiter im Fokus der Anleger.

tik LONDON. "175 Basispunkte aufwärts über die letzten zwölf Monate hinweg sollten eigentlich genügen, um die US-Konjunktur zu drosseln", meint das Strategie-Team für Großbritannien bei Schroders Salomon Smith Barney in London mit Blick auf die Leitzinsentwicklung in den USA. Die beiden Strategen Robert Buckland und Jonathan Stubbs setzen auf die Variante der "weichen Landung" in Übersee, was - so glauben die Experten -- mit einer Rückbildung des Leitzinses einhergehen werde.

Damit sehen die Strategen aber auch den britischen Zinszyklus wieder abknicken. Im Einklang mit der Fed beförderte die Bank of England seit etwa einem Jahr in sechs Einzelschritten ihren Leitzins bis auf 6,5%. "2001 sollte ein Jahr der Zinssenkungen werden", resümieren die Experten, die deshalb an ihrem seit langem gehaltenen Ziel von 7 200 Punkten für den FTSE-100 bis Mitte des nächsten Jahres festhalten. Von heute aus betrachtet wäre das ein Gewinn für die 100 britischen Blue Chips von gut 12%. Bis Ende 2001 könnte nach Ansicht der Experten eine Acht vorne dran stehen - 8 000 Punkte werden prognostiziert.

Am nächsten Donnerstag, wenn der geldpolitische Ausschuß der Bank of England das Ergebnis seiner August-Beratungen bekanntgibt, wird es jedoch noch zu keinem Schritt abwärts und damit zu der Wende kommen, die den Londoner Aktienmarkt entlasten würde. 25 von 33 befragten Analysten sehen die Zinsen weiter unverändert bei 6,5 %. Kurz vor dem Wochenende hatte ein britischer Notenbanker sogar noch von einer möglichen Anhebung des Zinsniveaus gesprochen.

Nachdem die Halbjahresergenisse von Glaxo Wellcome und SmithKline Beecham in der Vorwoche die Börse positiv überraschten, werden sich gleich morgen die Augen der Investoren auf AstraZeneca richten. Dem britisch-schwedischen Pharmariesen wurde während des New Economy-Rausches fast überhaupt keine Beachtung an der Börse zuteil. Er scheint nun entsprechend günstig bewertet zu sein.

Bei Schroders Salomon Smith Barney ist die Aktie inzwischen ein klarer Kaufwert, wenn auch mit dem Hinweis "hohes Risiko" versehen. "Wir sehen ein Gewinnwachstum von 9 % für das erste Halbjahr", sagt Pharmaspezialistin Alexandra Hauber von Schroders Salomon. Ihr Preisziel hat sie bei 3 000 Pence festgemacht. Am vergangenen Freitag Nachmittag lag die Aktie bei etwa 1 950 Pence. "Losec wird einmal mehr die große Rolle spielen", sagt die Analystin und meint damit das Paradepferd im Pillenspektrum von AstraZeneca, einem Mittel gegen Erkrankungen des Verdauungstraktes. Das Medikament befindet sich zwar längst in der Auslaufphase, doch sei Ersatz in Gestalt von Acipex und Protonix greifbar. "AstraZeneca hat wahrscheinlich die beste Pipeline der Branche", urteilt die Expertin. Als "Pipeline" bezeichnet man die kurz vor der Marktreife stehenden neuen Medikamente.

Auch im Licht anderer Analystenmeinungen braucht den Anleger kein Magengrimmen zu befallen. Merrill Lynch verleiht der Aktie ein "langfristig Kaufen". Lehman Brothers urteilt mit "Outperform" und einem Kursziel von 3 200 Pence. Die Riege der Skeptiker dominieren Credit Suisse First Boston mit einer Herabstufung von "Kaufen" auf "Halten" im Juni und HSBC, wo man gar zum "Reduzieren" rät.

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