Bank soll ab September 2002 in den neuen Strukturen arbeiten
Grünes Licht für Spaltung der WestLB

Grünes Licht für die Reform der Westdeutschen Landesbank (WestLB) - einstimmig votierten deren Eigentümer am Mittwochabend für die neue Bankstruktur. Damit machten sie den Weg frei für die Aufspaltung der größten Landesbank in eine öffentlich-rechtliche Muttergesellschaft - Landesbank NRW - und die privatrechltiche Tochter - WestLB AG. Neben dem Land NRW (43,7 %) sind die beiden regionalen Sparkassenverbände Rheinland und Westfalen- Lippe (je 16,7 %) sowie die kommunalen Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe (je 11,7 %) an der Bank beteiligt.

cd DÜSSELDORF. Der Gesetzentwurf für die Neuregelung der Rechtsverhältnisse bei der Landesbank und den nordrhein- westfälischen Sparkassen will NRW-Finanzminister, Peer Steinbrück, noch in diesem Jahr in den Landtag einbringen. Nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens werde die WestLB voraussichtlich ab dem 1. September 2002 mit rechtlicher Rückwirkung zum 1. Januar 2002 in den neuen Strukturen arbeiten, teilte die WestLB mit.

Die Landesbank NRW wird mit der Investitionsbank NRW, dem öffentlichen Pfandbriefgeschäft und Beteiligungen wie WfA, Spielbanken oder LEG Brandenburg rund ein Fünftel des bisherigen Bankgeschäftes umfassen. Vier Fünftel entfallen auf die AG: die Geschäfts- und Investmentbanking-Aktivitäten, die Westdeutsche Immobilienbank, die Sparkassenzentralbank und die Kommunalkreditfunktion sowie Landesbankenbeteiligungen.

Den WestLB-Umbau hatte die EU-Kommission Mitte November gebilligt. Vorausgegangen war ein langjähriger Streit um Staatsgarantien für Sparkassen und Landesbanken mit den EU-Wettbewerbshütern. Im Juli einigten sich Berlin und Brüssel auf ein Auslaufen der Garantien im Jahr 2005.

Sengera kann sich nun seinem Hauptziel widmen, die WestLB als Großkundenbank zu profilieren und ohne Garantien ein Rating von AA- zu erzielen, zwei Stufen schlechter als das derzeitige AA+. "Dies ist ein sehr ambitioniertes Vorhaben für eine Bank, die sehr stark auf das Großkundengeschäft ausgerichtet sein wird", erklärt Michael Zlotnik, Managing Director und verantwortlich für deutsche Banken bei der Ratingagentur Standard& Poor's. "In der AA-Kategorie liegt die Messlatte sehr hoch in Bezug auf Risikoprofil, Rentabilität und Eigenkapitalausstattung." Positiv wertet er, dass nun der "Startschuss für die Umsetzung der neuen Struktur bei der WestLB erfolgt ist".

Offen sei allerdings unter anderem noch das Problem Wohnungsbauförderungsanstalt WfA. Hier droht der WestLB die Rückzahlung einer Milliardensumme an das Land NRW. Die EU-Kommission hat die Verzinsung des vom Land auf die Bank übertragenen WfA-Vermögens als zu gering eingestuft.

Durch den Eigentümer-Beschluss ist nun auch der Weg frei, über den von WestLB-Chef Jürgen Sengera angestrebten Verkauf der Banktöchter LBS und WPS sowie die Beteiligung an der Provinzial-Versicherung zu verhandeln. Interesse bekundet haben die Sparkassen.

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