Bank von Japan greift erneut in den Devisenhandel ein
Tokios Börse schließt im Plus

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Donnerstag etwas fester geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte ging angesichts des steigenden Dollarkurses im Vergleich zum Yen nach einer Devisenmarktintervention der japanischen Regierung um 0,57 % oder 54,83 Punkte höher mit 9 696,53 Zähler aus dem Handel. Der breiter angelegte Topix legte um 5,50 Stellen oder rund 0,60 % auf 1 003,78 Punkte zu.

dpa-afx/rtr/vwd TOKIO. Nach Angaben von Marktteilnehmern war der Handel dabei vom so genannten "Window-Dressing" vor Ende der ersten Hälfte des Fiskaljahres am 30. September geprägt. "Der Handel bleibt nervös. Ich denke die Preisbewegungen gestern, heute und morgen hängen zum größten Teil davon ab, wie die Finanzinstitutionen kurz vor Halbjahresschluss agieren werden", sagte Tsuyoshi Segawa, Aktienstratege bei Shinko Securities. Beim "Window-Dressing" tätigen Fondsmanager Aktien-Käufe und-Verkäufe mit dem Ziel, am Ende eines Quartals in ihren Portfolios eine größere Gewichtung von Aktien mit günstiger Kursentwicklung aufweisen zu können. Ansonsten hätten die Anleger aus Mangel an Nachrichten und Impulsen auf die anstehenden japanischen Konjunkturdaten, die Wirtschaftspolitik und die weitere Entwicklung der Wall Street gewartet, hieß es.

Zu den größten Gewinnern gehörten die Aktien des größten japanischen Mobilfunkbetreibers NTT Docomo, der nächste Woche als weltweit erster Anbieter die dritte Mobilfunkgeneration auf den Markt bringen will. NTT Docomo kletterten um 4,7 % auf 1,55 Mill. JPY. Sony hingegen stiegen um 0,9 % auf 4 390 JPY und TDK um knapp drei Prozent auf 5 170 JPY. Hitachi schlossen um 2,5 % leichter auf 782 JPY. Die Anleger reagierten nur wenig auf die Mitteilung, das Unternehmen werde die Verbraucherprodukt- und Industriekomponentensparte veräußern. Die Automobilwerte und Titel der Unternehmen mit hohem Exportgeschäft profitierten von den Interventionen der Bank of Japan und dem starken Dollar. Honda erhöhten sich um 5,8 % auf 3 830 JPY und Mazda um 2,6 % auf 160 JPY.

Orix verteuerten sich um 3,5 % auf 9 520 JPY, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, man wolle 80 % an der Lkw-Leasing-Sparte von Isuzu Motors für 20,64 Mrd JPY kaufen. Isuzu schlossen unverändert mit 117 JPY. Gesucht waren erneut die defensiven Werte wie die Papiere der Pharma- und Chemieunternehmen. So verbesserten sich Takeda Chemcial um vier Prozent auf 5 500 JPY, Shionogi um 5,8 % auf 2 175 JPY. Asahi Kasei erholten sich im Handelsverlauf, nachdem die Titel zu Beginn gefallen waren. Das Unternehmen hatte seine Planzahlen für das Jahr gesenkt. Die Aktien schlossen mit einem Plus von 0,8 % auf 385 JPY. Tosoh hingegen reduzierten sich wegen ihrer ebenfalls reduzierten Gewinnprognosen um ein Prozent auf 208 JPY.

Die Bank von Japan (BoJ) hatte zuvor am Donnerstag ein zweites Mal in den Devisenhandel eingegriffen. Ein Sprecher des Tokioter Finanzministeriums bestätigte Angaben von Händlern in Tokio, dass die Notenbank interveniert, um den Anstieg des Yen zu bremsen. Der Ministeriumsvertreter sagte, die Notenbank kaufe offenbar permanent Dollar gegen Yen. Einzelheiten wollte er nicht nennen. Nach dem Eingriff der BoJ wurde der Dollar mit Kursen um 118,67 Yen gehandelt nach zuvor 117,70/80 Yen. Der Euro rutschte unterdessen unter die Marke von 0,92 und notierte gegen 8.15 Uhr MESZ mit 0,9180/85 Dollar nach einer letzten Notiz am Vorabend in New York von 0,9232/37 Dollar.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt wollte zunächst nicht zu den Interventionen der japanischen Notenbank Stellung nehmen. "Wir haben zunächst keinen Kommentar", sagte ein Sprecher der EZB am Donnerstag in Frankfurt.

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