Bank von Japan schraubt Erwartungen zurück
Wachstumssorgen schaukeln sich weltweit hoch

Immer mehr Indikatoren signalisieren eine weltweite Verlangsamung der Konjunktur. In den USA ist der führende Frühindikator stärker zurückgegangen als erwartet. Zugleich sank in Deutschland der Ifo-Geschäftsklimaindex zum siebten Mal in Folge. Außerdem hat die Bank of Japan ihre Wachstumserwartungen zurückgeschraubt. Ökonomen erwarten aber weder für die USA noch für die Euro-Zone eine Rezession.

ari/bbl/pw/wmu/zz DÜSSELDORF/FRANKFURT/M./WASHINGTON. Das Ifo-Geschäftsklima in Westdeutschland erreichte im Dezember mit einem Saldo von-1,9 Prozentpunkten den niedrigsten Stand seit Oktober 1999. Als ausschlaggebend gilt die Unsicherheit über die US-Konjunkturentwicklung.

Auch der "Leading Indicator" in den USA ging im Dezember gegenüber dem Vormonat um weitere 0,6 % zurück. Die Abwärtsbewegung hat sich damit verstärkt: So viel wie im letzten Quartal 2000 hat der vom Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board berechnete Frühindikator in keiner Periode des vergangenen Jahres verloren.

Die japanische Wirtschaft kann sich offenbar der weltweiten Wachstumsschwäche ebenfalls nicht entziehen. Auf Grund des schwächeren Exports fürchtet die Bank von Japan, dass sich das Tempo der konjunkturellen Erholung verlangsame.

Trotz der schlechten Nachrichten warnen Ökonomen vor übersteigertem Pessimismus. Der Conference Board betonte, der kumulierte Rückgang des Leading Indicator signalisiere immer noch keine Rezession. Auch die DGZ-Deka-Bank warnte vor einer Überbewertung. Die Märkte hätten die negativen Konjunkturerwartungen offensichtlich bereits berücksichtigt.

Der Rentenmarkt präsentierte sich nach Veröffentlichung der Ifo-Daten vorübergehend schwächer, der Aktienmarkt etwas leichter. Händler betonten, der Klimaindex-Rückgang belaste die Stimmung. Der Kurs des Euros zum US-Dollar fiel gestern Morgen kurzfristig unter 93 US-Cent, erhielt aber nach Bekanntgabe der US-Daten wieder etwas Auftrieb. Insgesamt setzte sich der Abwärtstrend der vergangenen Woche fort. Bankanalysten sehen indes keinen Grund, die Abschwächungstendenz zu dramatisieren oder als Trendumkehr zu werten.

Jens Dallmeyer von Deutscher Bank Research sagte dem Handelsblatt, angesichts der durchwachsenen Konjunkturdaten aus den USA habe auch die Hoffnung den Euro geschwächt, dass die US-Wirtschaft doch nicht in die Rezession rutsche. Dorothea Huttanus von der DG Bank sagte, die aktuellen Wirtschaftsdaten gäben keinen Anlass zur Korrektur der derzeitigen Einschätzung der Konjunkturlagen: eine stabile Entwicklung auf niedrigerem Niveau in Euro-Land und eine große Unsicherheit in den USA.

Die Wirtschaftsabkühlung wird sich nach Einschätzung von Bankvolkswirten in einer abgeschwächten Inflation in der Euro-Zone niederschlagen. Das dürfte aber vor allem auf rückläufigen Rohölpreisen beruhen. Gleichzeitig sehen die Analysten eine Beschleunigung der Kerninflation durch Nachfolgewirkungen der Energieverteuerung des vergangenen Jahres. Die Verbraucherpreise sind im Dezember in der Euro-Zone um 2,6 % gestiegen, nach 2,9 % im November.



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