Banken fordern Reformen
Breuer begrüßt Euro-Intervention

Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, hat die jüngsten Interventionen zu Gunsten des Euro begrüßt, sieht aber noch keine Trendwende im Verhältnis der großen Währungen.

dpa PRAG. Zugleich kritisierte er am Rande der Internationalen Währungskonferenzen am Montag in Prag Bemerkungen von US- Finanzminister Larry Summers, der das amerikanische Interesse an einem starken Dollar hervorgehoben hatte. Dies sei «nicht sehr hilfreich» gewesen. Es habe der gemeinsamen Aktion der europäischen, ammerikanischen und japanischen Zentralbanken die Glaubwürdigkeit genommen.

Die anhaltend hohen Ölpreise bergen nach Meinung Breuers zwar keine unmittelbare Krisengefahr. «Ich denke nicht, dass wir auf der Ölspur ausrutschen», sagte er. Tarifpartner, Finanz- und Geldpolitik dürften aus den vergangenen beiden Ölkrisen ihre Erfahrungen gezogen haben. Dennoch gebe es auch «nicht unbedingt Anlass zu Optimismus». Ölpreisschub und Euroschwäche machten klar, dass Risikos ernst genommen werden müssten. Die Konjunktur bleibe zyklisch und seiner Meinung nach sei die Weltwirtschaft eher «nahe am Gipfel der Konjunkturkurve» angekommen.

Die europäischen Regierungen seien aufgefordert, sich um strukturelle Reformen zu bemühen. Die «Fehlentwicklungen» des Euro- Kurses machten deutlich, dass Investitionen in den USA trotz der inzwischen dort zu beobachtenden Überhitzungserscheinungen als interessanter angesehen würden. Das sei die Triebfeder für Kapitalbewegungen und der Grund für die Euro-Schwäche.

«Wir sind selbst schuld, dass wir nicht attraktiv genug sind», sagte Breuer. Er verwies auf Unternehmenskäufe aus Europa in den USA in Höhe von 300 bis 350 Milliarden Dollar. Das habe natürlich Einfluss auf die Wechselkurse.

Kohlhaussen: Der Euro braucht mehr als starke Worte

Wie Breuer hatte zuvor auch der Vorstandssprecher der Commerzbank, Martin Kohlhaussen, die Euro-Schwäche zugleich als Mahnung an die Politik bezeichnet. Woran es der Gemeinschaftswährung vor allem fehle, sei Vertrauen. Regierungen und Notenbanken müssten unmissverständlich klarstellen, dass sie an einem starken Außenwert des Euro interessiert sind.

Darüber hinaus sagte Kohlhaussen: «Das Vertrauen in den Euro braucht aber mehr als starke Worte. Auf Dauer kann es nur durch eine Wirtschaftspolitik erhalten und gefestigt werden, die die strukturellen Schwächen im Euroland zügig angeht». Auf diesem Weg sehen die Banker die größere Strecke noch unbewältigt.

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