Banken geben dem Handel Auftrieb
Dax geht gestärkt ins Wochenende

Das Börsenbarometer ging mit 2547 Punkten aus dem Handel und war damit deutlich über die charttechnisch wichtige Marke bei 2 519 Punkten gestiegen. Sorgenkinder der Börse wie HVB und Thyssen-Krupp steuerten auf Erholungskurs.

rtr/dpa FRANKFURT/M. So ging der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 2547,1 Punkte aus dem Handel und übersprang damit die charttechnisch wichtigen Marke von 2519 Zählern. Das US-Handelsministerium hatte zuvor für das vierte Quartal ein überraschend starkes Wachstum der größten Volkswirtschaft der Erde veröffentlicht.

Außerdem war der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago weniger stark gefallen als befürchtet. "Die Daten sind gut und werden der Dax-Erholung erst einmal Auftrieb geben", sagte ein Händler mit Blick auf die weiter herrschende Unsicherheit im Markt über den Ausgang der Irak-Krise.

Zum Handelsschluss in Frankfurt notierte der US-Standardwerteindex Dow Jones mit 0,1 Prozent im Plus bei 7891 Stellen, der technologielastige Nasdaq-Index gewann knapp ein Prozent auf 1337 Punkte.

Der MDax stieg um 0,84 Prozent auf 2843,40 Punkte. Am Neuen Markt zog der Nemax 50 um 1,58 Prozent auf 335,60 Punkte an. Nach der Einigung im Tarifkonflikt bei der Deutschen Lufthansa sicherten sich deren Aktien einen Spitzenplatz im Dax. Der Titel stieg um 3,42 Prozent auf 7,86 Euro. Händler äußerten sich trotzdem skeptisch: Der steigende Ölpreis belaste die Bilanzen stärker als ein Tarifabschluss.

Finanzwerte wieder im Aufwind

Die HVB-Papiere, die nach einem Zeitungsbericht über eine geplante Zwangswandelanleihe am Donnerstag zeitweise 15 Prozent nachgegeben hatten, legten 3,5 Prozent auf 8,9 Euro zu. Händler erklärten dies mit einer technischen Reaktion auf die herben Verluste des Vortages. Die Aktien des HVB-Anteilseigners Münchener Rück verteuerten sich um 4,9 Prozent auf 83,6 Euro. Titel der Commerzbank, die seit langem als möglicher Fusionspartner der HVB gehandelt wird, zogen um 3,9 Prozent auf 5,9 Euro an.

Bayer und Schering unter Druck

Bayer-Anteilsscheine setzten ihre Talfahrt fort, nachdem sie am Donnerstag mit einem Plus von 7,5 Prozent einen Teil ihrer Verluste von rund 30 Prozent seit Wochenanfang wettgemacht hatten. Die Anteilsscheine des Leverkusener Unternehmens waren auf Grund von Zeitungsberichten unter Druck geraten, wonach der Konzern von möglicherweise tödlichen Nebenwirkungen des Cholesterinsenkers Lipobay schon vor dessen Rücknahme gewusst haben soll. In den USA wurden wegen der mit Lipobay in Zusammenhang gebrachten Todesfälle Schadensersatzklagen erhoben. Bayer-Papiere fielen um 2,2 Prozent auf 12,3 Euro. "Bayer ist in dieser Woche sicherlich überverkauft und daher hemmungslos unterbewertet. Aber wer möchte die Aktie bei dieser Nachrichtenlage kaufen?", fragte ein Händler.

Schering-Papiere verloren 0,9 Prozent auf 34,7 Euro, obwohl das Unternehmen seinen Betriebsgewinn 2002 stärker als von Experten erwartet gesteigert hatte. Die Zahlen seien offensichtlich gut ausgefallen, aber der Markt habe das erwartet und in den vergangenen Tagen bereits vorweggenommen, sagte ein Händler.

Im MDax konnte die Puma-Aktie gute Bilanzzahlen nicht in Kursgewinne umsetzen. Der Kurs fiel im elektronischen Handel um 0,48 Prozent auf 62,70 Euro. "Die Bilanzzahlen fielen auch im Vergleich zur Konkurrenz sehr positiv aus", sagte Analyst Uwe Weinreich von der HypoVereinsbank. Allerdings seien die wichtigsten Kennzahlen bereits bekannt gewesen. Die Zahlen legten weiter ein "sehr großes Wachstum" nahe, sagte Weinreich.

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