Banken geben Gnadenfrist
Gläubiger geben Daewoo-Motor Zeit bis Mittwoch

Gespräche zwischen der Unternehmensleitung und der im Unternehmen tätigen Gewerkschaft gingen auch nach einer zweiten Beratungsrunde ohne Ergebnis zu Ende.

vwd/rtr SEOUL.Der südkoreanische Automobilkonzern hat auch am Dienstag seine am Montag geplatzten Handelswechsel nicht eingelöst und weitere Handelswechsel nicht bedient. Die Gläubigerbanken des von der Insolvenz bedrohten koreanische Autokonzerns Daewoo Motor haben die Rückzahlungsfrist für am (heutigen) Dienstag fällige Kredite bis Mittwochmorgen verlängert. "Wir werden bis Geschäftsbeginn morgen früh warten, um die Zustimmung der Gewerkschaften zu den Restrukturierungsplänen zu erhalten", sagte Uhm Rak Yong, Präsident des größten Daewoo-Gläubigers Korea Development Bank.

"Wir werden bis zum letzten Moment die Hoffnung nicht aufgeben und unser Bestes tun, um eine Katastrophe zu vermeiden", fügte er hinzu.

Die Banken hatten zuvor die Annahme des vorgelegten Restrukturierungsplans durch die Gewerkschaft zur Voraussetzung für weitere Kreditzahlungen an Daewoo Motor gemacht. Daewoo-Chairman Lee Jong-dae und Gewerkschaftsführer Kim Il-sup konnten sich nach Gewerkschaftsangeben im Laufe des Dienstags nicht auf den vorgelegten Restrukturierungsplan mit seinen massiven Entlassungen einigen.

Im Beisein von Regierungsmitgliedern und Arbeitnehmervertretern hatten beide Seiten am Dienstagmorgen zunächst vier Stunden verhandelt und am Nachmittag (Ortszeit) weiter konferiert. Es sei jedoch nicht gelungen, die Differenzen zu verringern, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Dabei ging es vor allem um die angekündigte Entlassung von 3 500 Mitarbeitern. Für die Gewerkschaften seien auch Lohnkürzungen nicht hinnehmbar. Ferner verlangten sie Zahlung der seit Monaten ausstehenden Arbeitslöhnen. Die Gewerkschaften streben nun Gespräche an, bei denen auch die südkoreanische Regierung und die Daewoo-Gläubiger einbezogen sein sollen.

Daewoo Motor gehörte einst zu den Perlen der Daewoo Group, des zweitgrößten Industriekonglomerates in Südkorea. Seine Produktionskapazität beträgt 2,15 Millionen Fahrzeuge im Jahr, davon 1,26 Millionen im Inland.

Derzeit sind die Fertigungsstätten nach Firmenangaben aber nur zu 60 Prozent ausgelastet. Seit August haben die inländischen Beschäftigten von Daewoo Motor keinen Lohn mehr erhalten, weil das Unternehmen monatliche Verluste von 100 Milliarden Won (rund 200 Millionen Mark) erwirtschaftet.

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