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Banken melden kleine Erfolge bei Kirch

Bei den Verhandlungen mit dem hochverschuldeten Medienkonzern habe es erste Fortschritte gegeben. Die Kuh ist aber wohl noch lange nicht vom Eis.

rtr MÜNCHEN. Die Gespräche der hochverschuldeten Kirch-Gruppe[KRCH.UL] mit Gläubigerbanken über eine Rettung des Münchener Medienkonzerns haben Bankenkreisen zufolge erste kleine Fortschritte, aber weiter keine konkreten Ergebnisse gebracht. "In Bezug auf das Kerngeschäft Kirch Media ist eine gewisse Basis gefunden worden. Jetzt geht es allerdings noch um die Lastenverteilung bei den Banken", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus den Kreisen. "Die Gespräche laufen konstruktiv, die Fortschritte geschehen aber nur in kleinen Schritten", sagte ein anderer Bankenvertreter. Auch ein Kirch-Sprecher sprach von konstruktiven Gesprächen, die erwartungsgemäß keine konkreten Ergebnisse gebracht hätten. Finanzkreisen zufolge sollen die Gespräche im Laufe der Woche fortgesetzt werden.

Kirch-Vertreter hatten sich am Sonntagnachmittag mit Kreditexperten der Bayerischen Landesbank, der HypoVereinsbank, der Commerzbank und der DZ Bank getroffen, deren Kredite mit dem Filmrechtestock von Kirch besichert sind. Die Gespräche über mögliche Wege der Sicherung der Liquidität hätten bis in die Nacht angedauert, hieß es in verhandlungsnahen Kreisen. Ziel sei weiter die Rettung des Kerngeschäfts des Medienkonzerns - die in der Kirch Media AG gebündelte Filmproduktion, den Sport- und Filmrechtehandel sowie die Kirch-Sendefamilie ProSiebenSat.1 Media AG. Dazu müssten sich aber alle Banken auf ein Sanierungskonzept einigen. Weitere Kirch-Kreditgeber sind die Deutsche Bank und die Dresdner Bank sowie ausländische Investmentbanken.

"Die Gespräche zeigen, wie komplex die ganze Materie ist. Jetzt muss jeder erstmal nach Hause gehen und rechnen", hieß es am Montag in Bankenkreisen. Die Frage sei vor allem, zur Tilgung welcher Kredite mögliche Erlöse aus Beteiligungsverkäufen eingesetzt würden und ob Banken bereit wären, Kredite nicht fällig zu stellen. Bankenkreisen zufolge hatte die DZ Bank im Februar Kredite über 400 Mill. ? fällig gestellt, fordert das Geld aber nicht unmittelbar zurück. Ende April läuft zudem ein Darlehen der Dresdner Bank über 460 Mill. ? aus, Ende Juni Teile des rund zwei Mrd. ? großen Kreditengagements der BayernLB.

Die Kirch-Gruppe ist mit mindestens 6,5 Mrd. ? verschuldet und verhandelt seit Wochen mit ihren Gläubigerbanken über ein Sanierungskonzept. Zum Abbau des Schuldenberges plant der Konzern bereits den Verkauf seines 40-prozentigen Anteils am Axel Springer Verlag sowie seiner Beteiligung von 25 % an dem spanischen TV-Sender Telecinco.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete unterdessen, Kirch erwäge auch den Verkauf von Sportrechten, um sich Liquidität zu verschaffen. Dabei könne es auch um Teile der Fußball-Bundesliga gehen, die Kirch zurzeit live im PayTV-Sender Premiere und eine Zusammenfassung im Sender Sat.1 zeigt, hieß es in der Zeitung. Ein Kirch-Sprecher lehnte einen Kommentar dazu ab. Er wies jedoch Spekulationen zurück, wonach Kirch den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF die Übertragung weiterer Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer überlassen werde. Nach zähen Verhandlungen hatten sich die Sender im Mai 2001 mit Kirch über den Kauf der 24 wichtigsten Live-Spiele der WM für gut 110 Mill. ? geeinigt.

ARD und ZDF hatten sich in den Verhandlungen auch eine Option zum Kauf der Übertragungsrechte der wichtigsten Spiele der WM 2006, die in Deutschland stattfindet, gesichert. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge will die ARD nun alle 64 Spiele kaufen und dafür mit Kirch Kontakt aufnehmen. "Wenn die ARD schon zu einem so frühen Zeitpunkt Gesprächsbedarf dazu hat, werden wir uns dem nicht verschließen", sagte der Kirch-Sprecher. Bisher habe es aber noch keine Gespräche gegeben. Bei der ARD war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

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