Banken müssen neue Geschäftsmodelle aufbauen
Die Zukunft gehört dem Mobile Banking

Schon in wenigen Jahren gehört die Überweisung per Handy genau so selbstverständlich zum Bankgeschäft wie heute der Geldautomat. Doch die Möglichkeiten des "M-Banking" werden andere Kanäle nicht ersetzen, sondern vielmehr ein Teil des Multi-Channel-Ansatzes sein, den die Branche als zentrale Strategie beim Wandel hin zum modernen Finanzdienstleister ausgemacht hat.

HB FRANKFURT. Die European Banking Technology Fair in Frankfurt, die am Dienstag eröffnet wurde, macht deutlich: Banking wird zunehmend zum Mobile Business - die Überweisung per Handy gehört schon in wenigen Jahren zur Selbstverständlichkeit. Dass diese Entwicklung aber zugleich das Aus für das stationäre Geschäft sein wird, glauben die Experten nicht. "Ich bin überzeugt, dass es auch in Zukunft Filialen geben wird. Der persönliche Kontakt ist in vielen Situationen heute wie in Zukunft unentbehrlich", sagte Dr. Frank Heintzeler, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Banken während eines Kongresses am Rande der Bankentechnologie-Messe. Der Multi-Channel-Ansatz ist denn auch ein wesentliches Element der Strategie, mit der die Kreditinstitute den neuen Herausforderungen des Banking begegnen wollen.

Die deutschen Großbanken wollen den Herausforderungen nicht nur mit der Realisierung des Multi-Channel-Ansatzes begegnen. Sie werden sich über Partnerschaften auch mit branchenfremden Unternehmen zum Beispiel Content-Anbietern, dem Handel oder Telekommunikationsanbietern, völlig neue Zugänge zu Kunden erschließen und dabei völlig neue Geschäftsmodelle aufbauen. Grundvoraussetzung für deren Umsetzung ist aber die Umstrukturierung der internen Geschäftsprozesse, die konsequent auf diese neuen Modelle auszurichten sind. Dabei heißt es vor allem, sich von produktgetriebenen Strukturen zu verabschieden. "Wir werden eine kundenorientierte Prozessausrichtung realisieren müssen", sagte unter anderem Deutsche-Bank-Vorstandsmitglied Hermann-Josef Lamberti.

Dass sie dabei erst ganz am Anfang stehen, ist den Instituten bewusst. Dennoch sind sie auf einem guten Weg, wie Jürgen Sponnagel, stellvertretender Vorstandschef der Unternehmensberatung Mummert & Partner, bestätigt. "Die notwendigen Strategien und Visionen für ein zukunftsfähiges Bankengeschäft existieren. Die Frage ist jetzt, ob sie time to market umgesetzt werden können. Wenn ja, dann haben wir in Deutschland die Chance, bei der Entwicklung des E-Business ganz an der Spitze zu stehen." Das liege unter anderem daran, weil das Thema E-Business hierzulande deutlich professioneller angegangen werden als beispielsweise in den USA, lobte er.



Marc Renner  Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Marc Renner
Handelsblatt / Chef vom Dienst
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