Banken nach wie vor uneins
Pleitegefahr für Holzmann wächst

Die Gefahr einer Insolvenz der Philipp wächst. Auch am Wochenende konnten sich die größten Kreditgeber des angeschlagenen Frankfurter Baukonzerns nicht auf ein erstes Hilfspaket einigen.

HB DÜSSELDORF. Wie aus Bankenkreisen zu hören ist, lehnen vor allem die Dresdner Bank und die Bankgesellschaft Berlin das von der Deutschen Bank mitgetragene Rettungskonzept mit einem Volumen von 200 Mill. Euro strikt ab. Darüber hinaus gibt es auch bei der Hypo-Vereinsbank Bedenken gegen das Vorhaben.

An den starren Fronten hat bislang auch die Politik nichts ändern können. Wie berichtet sieht das Konzept eine Finanzspritze über rund 86 Mill. Euro sowie einen Forderungsverzicht über 114 Mill. Euro vor. Im Gegenzug würden die Banken Zugriff auf die rentable Dienstleistungstochter HSG Philipp Holzmann Technischer Service GmbH erhalten.

Damit wächst auch der Druck auf die Deutsche Bank, die größter Kreditgeber und mit knapp 20 % zugleich größter Anteilseigner des Baukonzerns ist. Da es sich im Fall Holzmann um ein Bank-Konsortium handele, würde eine andere Verteilung der Lasten nichts nützen, hieß es in Bankenkreisen. "Wenn zwei nicht wollen, klappt das ganze nicht", erklärte ein Bank-Manager.

Jetzt droht Holzmann die Zeit davon zu rennen. Der Konzern ist nach vorläufigen Zahlen für das Jahr 2001 bilanziell überschuldet, da die Verluste von 237 Mill. Euro das Eigenkapital übersteigen. Der Gesetzgeber sieht vor, dass das Management eines Unternehmens spätestens drei Wochen nach der Feststellung der Überschuldung Insolvenz anmelden muss. Im Umfeld des Unternehmens wird geschätzt, dass diese Frist etwa am Ende dieser Woche ablaufen dürfte.

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