Banken streiten um Verkaufs-Erlös
Stoiber spricht mit Allianz-Chef über Kirch-Zukunft

Die Zukunft der Kirch-Gruppe beschäftigt nun auch Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber und Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle. Sie kamen jetzt zu einem Spitzentreffen zusammen und verhandelten nach Handelsblatt-Informationen über das Schicksal Kirchs. Grund des Engagement: Sowohl Stoiber als auch Schulte-Noelle sind bemüht, nicht in den Strudel der Kirch-Affäre zu geraten. Bayerns Ministerpräsident sieht die Gefahr, als Kanzlerkandidat beschädigt zu werden.

rob/po/HB FRANKFURT. Die Allianz-Tochter Dresdner Bank ist einer der Hauptgläubiger Kirchs und steht mit anderen Banken im Streit um die Rettung der angeschlagenen Gruppe. Kernpunkt der Auseinandersetzung ist mitterweile die Verwendung des Erlöses von mindestens 1,6 Mrd. Euro aus dem Verkauf der Beteiligungen am Axel Springer Verlag und an dem spanischen TV-Sender Telecinco. Dabei geht es auch um die Verpfändung des Telecinco-Anteils an die Dresdner. DZ Bank, Bayern LB, Hypo-Vereinsbank und Commerzbank, die als Großgläubiger einen Sicherheitenpool unter Führung der DZ Bank gebildet haben, sehen die Verpfändung als nichtig.

Dagegen wehrt sich die Kirch-Gruppe. In einem Schreiben an DZ- Bank-Vorstand Bedo Panner, das dem Handelsblatt vorliegt, weist Dieter Hahn als Geschäftsführer der Kirch-Holding Taurus die Vorwürfe zurück, die Verpfändung des Telecinco-Pakets sei nicht rechtens gewesen. Hahn betont zur Frage der Verpfändung: "Wir können nicht erkennen, dass die Voraussetzungen vorliegen, die erfüllt sein müssen, um von einer Nichtigkeit ausgehen zu können. Die Annahme, die Dresdner Bank AG und Taurus Holding hätten bewusst zum Schaden der Gläubiger des Teilkonzerns Kirch Media GmbH & Co. KGaA zusammengewirkt, ist ersichtlich haltlos. Wir vermögen daher eine Unwirksamkeit der Besicherung nicht zu erkennen." Hahn spricht sich vielmehr für einen vernünftigen Ausgleich zwischen allen beteiligten Banken aus.

Die DZ Bank könnte auf Grund ihres Engagements bei Kirch in arge Schwierigkeiten geraten. Nach Informationen aus Bankenkreisen hat das Kreditinstitut hierfür noch keine Risikovorsorge gebildet. Die DZ Bank ist mit rund 400 Mill. Euro bei den Münchenern engagiert. Als Sicherheiten dienen Filmrechte. Ein Sprecher der DZ Bank sagte hierzu: "Wir äußern uns zur Zusammensetzung unserer Risikovorsorge nicht. Im speziellen Fall Kirch verfügen wir über sehr gute Sicherheiten." Die DG Bank musste schon vergangenes Jahr insgesamt 700 Mill. Euro Risikovorsorge bilden.

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