Banken und Finanzinstitute aus dem MDax im Visier
Analysten trauen IKB und AWD Kursgewinne zu

Es ist kein Wunder, dass viele Analysten die IKB Deutsche Industriebank als Bankentitel im MDax favorisieren: Die Düsseldorfer glänzen mit einem Kursgewinn seit Jahresanfang von 8,85 %, während das Marktbarometer der Nebenwerte um 13,35 % sank. Auch der CDax-Banken verbuchte in dieser Zeit Verluste, und zwar um rund 7 %.

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"Zurzeit gilt die IKB als ein sicherer Hafen", sagt Alexander Plenk von der Bankgesellschaft Berlin. Dabei spielt er auf das Kerngeschäft der Bank an - Langfristfinanzierungen für den Mittelstand. Schwankende Börsenkurse belasten die Bank also kaum. Ebenso müsse sich das Institut nicht um die Probleme Investmentbanking und deutsches Privatkundengeschäft sorgen, sagt Plenk. Dazu kommt: Die Kundschaft sind oft Mittelständler mit einer relativ hohen Eigenkapitalquote, die demnach über eine gute Risikostruktur verfügen.

Kay Strippel von Independent Research ergänzt, der Kurs werde unterstützt durch die Dividendenrendite von über fünf Prozent. Strippel und Plenk sind sich aber einig, dass das Potenzial kurzfristig wegen der bereits hohen Bewertung begrenzt ist. Plenk etwa hält 15 Euro für den fairen Wert, der Titel notiert derzeit bei 14,15 Euro. Er sieht langfristig aber noch Potenzial: "Die IKB hat sich vom Risikonehmer zum Risikomanager entwickelt." So würden heutzutage Aktiva durch Kreditderivate verbrieft - der Kredit stehe zwar in der Bilanz der Bank, doch das Risiko werde verkauft, erklärt der Analyst. Das sei ein Wandel zu einem anderen Geschäftmodell, und könnte der IKB in den nächsten Jahren Ertragsschübe bringen.

BHW indessen geriet seit Jahresbeginn stark unter Druck: Der Titel büßte um über 50 Prozent ein. Silke Wiederspohn von der DZ Bank schließt daraus: "Der Titel ist momentan ein interessanter Kauf." Außerdem sei das Geschäftsmodell solide, sagt die Analystin, warnt aber: Die Flaute in der Baukonjunktur dürfte anhalten. Doch andere Analysten und Anleger lassen den Titel noch links liegen. Denn BHW geriet Ende letzten Jahres in Misskredit: Der Vorstand hatte seine Aktien verkauft, als die Haltefrist der Titel aus dem Börsengang ablief, wie Dirk Krieger von der NordLB erläutert. Zudem sei die geplante Zweitplatzierung gescheitert, "so dass BHW nun ein Vertrauensproblem hat". Abgesehen davon kritisiert Krieger den mit 10 % geringen Streubesitz, fügt aber hinzu, das Management sei gut und die Strategie überzeugend. So lobt er die Ausrichtung des Unternehmens weg vom reinen Baufinanzierer zum Finanzdienstleister, der auch auf private Altersvorsorge setze, etwa Fondsprodukte. Und die sollten ja nach Einschätzung vieler Experten trotz schleppender Riesterrente ein Wachstumsmarkt darstellen. Wiederspohn führt noch einen weiteren Pluspunkt an: "BHW hat ja als Kunden Private, die sich im allgemeinen sehr für Eigenheimfinanzierungen interessieren." Da könne man Produkte für den privaten Vermögensaufbau besser verkaufen.

Dass an dieser Sparte gutes Geld zu verdienen ist, zweifelt auch Strippel nicht - davon profitiere auch AWD als ein schnell wachsender Finanzdienstleister. Durch die Akquisitionen von Tecis und der britischen Carrington Carr sowie Thomson?s habe sich das Unternehmen gut positioniert. So ergänzten sich die Geschäftsfelder von Tecis mit Fonds und AWD mit einer starken Position bei Versicherungen gut. Doch der Preis für Tecis sei zu hoch gewesen, findet Strippel, und hat daher AWD nur mit "Neutral" bewertet. Dagegen sieht Krieger die Übernahme von Tecis zu den gegebenen Konditionen als sinnvoll an. Das Potenzial dieser Zukäufe sei noch nicht im Aktienkurs enthalten, ist er optimistisch.

Auch Stefan Scharff von Concord Effekten bescheinigt AWD gute Wachstumschancen. Der Titel sei kaufenswert, sagt er. Kurzfristig fair bewertet sieht er ihn bei 30 Euro, auf mittlere Sicht hält er ein Niveau von 36 Euro für eine angemessene Bewertung.

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