Banken und Versicherer sollen Millionen bereitstellen
Ministerium beteiligt sich an Lösung für Schmidtbank

Das bayerische Wirtschaftsministerium will sich an einer tragfähigen Lösung für die offenbar finanziell angeschlagene Schmidtbank (Hof/Saale) beteiligen.

dpa-afx MÜNCHEN. "Es wird von mehreren Partnern nach einer tragfähigen Lösung gesucht. "Wir wirken dabei konstruktiv mit", sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag in München. Dabei bedeute Lösung nicht ausschließlich Auffanglösung.

Das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet in seiner neuen Ausgabe, Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) wolle die Gründung einer Auffanggesellschaft für das nordbayerische Traditionshaus durchsetzen. An der Gesellschaft sollten sich unter anderem die deutschen Großbanken, die Versicherer HUK Coburg und Nürnberger Versicherungsgruppe sowie die staatliche Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA) und die Bayerische Landesbank beteiligen.

Eine Sprecherin der Schmidtbank wollte dazu am Sonntag zunächst keine Stellungnahme abgeben. Schmidtbank-Chef Karl Gerhard Schmidt hatte bisher Gerüchte einer finanziellen Schieflage des Bankhauses energisch abgewehrt. Allerdings hatte die Schmidtbank im Lauf der Woche bestätigt, dass sie unter Umständen bereit sei, ihre Mehrheitsbeteiligung an der Direkt-Bank Consors zu verkaufen.

Banken und Versicherer sollen mehrere 100 Mill. Euro bereitstellen

Die Banken und Versicherer sollten nach Ansicht von Wiesheu das benötigte Kapital von mehreren Hundert Millionen Euro bereitstellen und dann die Geschäfte des privaten Bankhauses abwickeln, hieß es in dem Bericht weiter. Das nötige Geld müssten aber größtenteils die privaten Beteiligten aus wettbewerbsrechtlichen Gründen aufbringen. Aus Bankenkreisen war bereits verlautet, dass eine Auffanglösung unter Führung der Bayerischen Landesbank im Gespräch sei.

Die Banken wehrten sich dem "Spiegel"-Bericht zufolge bis Freitag aber vehement gegen eine Auffanglösung. Denn eine Pleite, bei dem der Einlagensicherungsfonds die Guthaben der Kunden garantiere, wäre für die Institute billiger. Der Chef der Bankenaufsicht, Jochen Sanio, verlange zudem eine Lösung binnen weniger Tage.

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