Banken unter Zeitdruck
Mobilcom-Banken zu Forderungsverzicht bereit

Im Streit zwischen France Telecom und der Mobilcom AG sind die Banken offenbar zu einem zehnprozentigen Forderungsverzicht bereit.

Reuters LONDON. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag aus Kreisen des aus 17 Banken bestehenden Konsortiums erfuhr, haben die Institute bereits am Donnerstag einem neuen Angebot von France Telecom grundsätzlich zugestimmt. Die Offerte sieht den Angaben zufolge vor, dass die Banken im Rahmen einer Wandelanleihe nur 90 % der Mobilcom-Schulden zurück erhalten sollen. France Telecom erklärte unterdessen, eine Einigung darüber sei noch nicht erzielt worden. Die Gespräche würden fortgesetzt, sagte ein Sprecher in Paris. France Telecom ist mit 28,5 % an MobilCom beteiligt.

Die Banken stehen unter Zeitdruck, weil in sechs Wochen bei Mobilcom Darlehen über insgesamt 4,7 Mrd. ? umgeschuldet werden müssen, die für den Einstieg in den UMTS-Mobilfunk gewährt wurden. Wenn eine Refinanzierung misslingt, droht der Mobilfunkfirma die Insolvenz.

Umschuldung auch Voraussetzung für Angebot an Schmid

Eine Einigung zur Refinanzierung der Mobilcom-Schulden gilt auch als Voraussetzung dafür, dass France Telecom Mobilcom-Chef Gerhard Schmid ein Angebot unterbreiten kann, damit der sich aus dem von ihm gegründeten Unternehmen zurückzieht. Falls bis Montag eine Übereinkunft der Banken unter Dach und Fach ist und France Telecom Schmid anschließend eine Offerte unterbreitet, könnte der seit Monaten dauernde Übernahmekampf noch vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung von Mobilcom am nächsten Freitag entschieden werden. An diesem Tag will das Kontrollgremium erneut über einen Antrag der France Telecom zur Absetzung Schmids als Vorstandschef der Mobilcom AG abstimmen. Seine Abberufung gilt dann als sicher.

Ein Sprecher von France Telecom sagte: "Die Gespräche mit den Banken gehen weiter. Bis zu diesem Zeitpunkt ist noch keine Vereinbarung getroffen worden." Wie Reuters aus Kreisen im Umfeld von Schmid erfuhr, will sich der mit 40 % an Mobilcom beteiligte Unternehmer vor der Aufsichtsratssitzung mit Beratern über das weitere Vorgehen beraten. Mobilcom hatte vor zwei Jahren mit finanzieller Unterstützung von France Telecom für 8,4 Mrd. ? eine der sechs deutschen UMTS-Lizenzen erworben. Über die Höhe der Investitionen in den Mobilfunkstandard der nächsten Generation waren die beiden Unternehmen schließlich in Streit geraten. Seitdem suchen die Franzosen nach Wegen, Schmid aus dem von ihm gegründeten Mobilfunkunternehmen auszukaufen, ohne dass dadurch der Schuldenberg von France Telecom von 61 Mrd. ? weiter wächst.

Unklar war noch, ob France Telecom die freien Aktionäre von Mobilcom zu gleichen Bedingungen wie Schmid abfinden wird. Im März hatte es geheißen, die Anteile von Schmid sollten bei den Banken geparkt werden. Dadurch sollte eine bei Überschreiten einer Anteilsschwelle von 30 % an einem Unternehmen gesetzlich vorgeschriebenen Offerte an die ungebundenen Aktionäre umgangen werden.

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