Banken verlängern Kreditlinien
Asiatischer Investor steigt bei Grundig ein

Die hoch verschuldete Grundig AG ist vorerst gerettet. Wie der Nürnberger Elektronikkonzern am Donnerstag mitteilte, gibt es einen neuen Investor "aus dem asiatischen Raum". Es sei bereits eine Absichtserklärung zur Beteiligung an Grundig unterschrieben worden.

ddp/vwd NÜRNBERG/MÜNCHEN. Die Gläubigerbanken haben unter den neuen Perspektiven die Kreditlinien verlängert. Der Grundig-Betriebsrat befürchtet jedoch einen Arbeitsplatzabbau.

Vorstandschef Hans-Peter Kohlhammer sagte: "Das Ergebnis stellt einen äußerst wichtigen Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft unseres Unternehmens dar." Der neue Investor passe "als strategischer Partner sehr gut zu Grundig". Der Name ist aus verhandlungstaktischen Gründen öffentlich noch nicht bekannt. Betriebsratschef Thomas Schwarz sagte lediglich, es handle sich um ein "mit Grundig vergleichbares" Unternehmen. Der exakte Zeitpunkt für den endgültigen Vertragsabschluss ist noch offen.

Auch über den Umfang der Beteiligung des neuen Investors wurde noch nichts bekannt. Hauptanteilseigner ist bislang der Rosenheimer Antennenbau-Unternehmer Anton Kathrein. Er hält 89 Prozent der Grundig-Anteile, die restlichen elf Prozent liegen in den Händen der Banken, unter anderem der bayerischen LfA Förderbank.

Grundig-Betriebsrat Schwarz betonte, nach Mitteilung über den neuen Investor sei den Mitarbeitern erst einmal "ein Stein vom Herzen gefallen". Dennoch hat er Bedenken, was die längerfristige Zukunft angeht: "Wir wissen noch nicht, was der neue Investor will, was er vor hat mit der Firma." Unklar sei bislang auch, welche Bedingungen die Banken für die Verlängerung der Kredite gestellt haben. Von den jetzt 1400 Grundig-Mitarbeitern würden aber wohl einige gehen müssen: "Ich hoffe zwar, dass keiner entlassen wird, aber da ist wohl mehr der Wunsch Vater des Gedankens."

Grundig-Vorstandschef Kohlhammer erwartet durch die Zusammenarbeit mit dem neuen Partner schnellere Innovationen, "die für einen langfristigen Erfolg im internationalen Markt notwendige Größe" und Synergieeffekte. Bereits im nächsten Jahr soll das Nürnberger Traditionsunternehmen finanziell "den Turnaround" schaffen. Für 2002 wurde ein Verlust von rund 75 Millionen Euro in Aussicht gestellt, nach gut 150 Millionen Euro im Vorjahr.

An den Verhandlungen war neben den Banken und Kathrein auch Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) direkt beteiligt. Wiesheu hatte sich in der Vergangenheit schon öfter für den Erhalt von Grundig eingesetzt.

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