Banken vermitteln Kontakte zu Firmenkunden
Versicherer erschließen sich Pensionsfondsgeschäft

Private Altersvorsorge liegt im Trend. Überdies wird sie im Rahmen der Rentenreform bald staatlich gefördert. Für die Versicherer eröffnen sich neue Verdienstmöglichkeiten. Auch im Schadens- und Unfallbereich steigen die Beitragseinnahmen. Versicherungs-Aktien haben noch Kurspotenzial.

sfu/HB DÜSSELDORF. Dem Reformwillen der Bundesregierung sei Dank: Seit fast zwei Jahren haben sich die meisten Versicherungs-Aktien kontinuierlich nach oben entwickelt. Dabei sind nach Ansicht der Experten noch nicht einmal alle Asse ausgereizt. "Das absolute Kursniveau vieler Versicherer hat uns in den letzten Monaten eher enttäuscht", sagt WestLB-Analyst Frank Stoffel. Er bewertet den gesamten Sektor mit "übergewichten". Und führt die zögerliche Kursbewegung in den vergangenen Monaten auf die derzeitige Flaute an den Aktienmärkten zurück. Denn eigentlich, so Stoffel, sei sowohl im Bereich der Lebensassekuranz als auch bei den Schadens- und Unfallversicherern noch Potenzial drin.

Und das, obwohl schon vor einem Jahr die Steuerreform für reges Interesse an allen Versicherungsaktien gesorgt hatte. Beteiligungsverkäufe der traditionell stark verflochtenen Konzerne sind ab 2002 steuerfrei gestellt. Von der Rentenreform profitieren hingegen vor allem die Lebensversicherer, sagt Julia Münchschwander von der Metzler Aktienanalyse. Auf Initiative von Bundesarbeitsminister Walter Riester sollen die Arbeitnehmer ab 2008 insgesamt vier Prozent ihres Einkommens für die Altersvorsorge sparen. Überdies werden die Beiträge in die private Rentenversicherung mit mehreren hundert Mark staatlich gefördert.

Mit ihrem Engagement unterstützt die Bundesregierung nur den ohnehin starken Trend zur privaten Altersvorsorge: "Die Überalterung der Bevölkerung belastet die staatlichen Sozialsysteme in den Industrienationen schon lange", sagt Hannes Meyburg vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV). Aber erst in den letzten Jahren dringe diese Tatsache in das Bewusstsein der breiten Masse. Die WestLB hält im Lebensversicherungsmarkt bis 2010 ein Wachstum von jährlich 7 % für realistisch.

Um satte 15 % soll dagegen der Bereich der betrieblichen Altersvorsorge zunehmen. Auch hier profitieren die Versicherer von den Vorgaben der Rentenreform. Denn seit Beginn des Jahres sind Pensionsfonds als betriebliche Altersvorsorge zugelassen. "Beim Einstieg in diesen Geschäftsbereich spielt die Verbindung zum Vertriebskanal Bank eine entscheidende Rolle", stellt Analystin Münchschwander fest. Die Banken verfügten über enge Kontakte zu ihren Firmenkunden und könnten die Versicherungsprodukte dort anbieten. Die Kontakte zwischen Assekuranzen und Banken haben sich in jüngster Zeit eher intensiviert denn entflochten.

Neben der Altersvorsorge befindet sich auch der Markt für Schadens- und Unfallversicherungen im Aufwind. Nach GdV-Angaben weist die Schadensversicherung im vorigen Jahr seit 1995 wieder ein Beitragsplus aus. "Nach den starken Winterstürmen vor zwei Jahren konnten die Firmen bei den Vertragsneuverhandlungen höhere Tarife fordern", erklärt Ralf Dibbern, Analyst bei M.M. Warburg. Zudem habe sich der harte Wettbewerb am Markt etwas gelegt. Die Konkurrenzsituation hatte vor allem im Bereich der KfZ-Versicherung zu stark fallenden Prämien geführt.

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