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Banken weisen Mitschuld an Firmenpleiten zurück

Der Bundesverband der Deutschen Banken (BDB) hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Banken trügen eine Mitschuld an den Firmenpleiten der letzten Wochen.

Reuters BERLIN. "Ich kann nicht feststellen, dass wir Unternehmen in die Insolvenz treiben", sagte BDB-Chef Manfred Weber am Mittwoch in Berlin. Banken seien vor Fehlern bei der Kreditvergabe jedoch nicht gefeit. Allerdings könne die Öffentlichkeit nicht einmal eine zurückhaltende, einmal eine zu großzügige Kreditvergabe beklagen.

Weber lehnt staatliche Interventionen in Insolvenzfällen ab. "Wenn der Staat als Retter auftritt, birgt dies große Gefahren", warnte Weber. Zu Einzelfällen wollte der Verband aber keine Stellung nehmen.

Am Montag hatte die mit mehr als 6,5 Milliarden Euro verschuldete Kirch-Gruppe für ihr Kerngeschäft KirchMedia Insolvenz angemeldet. Größte Gläubigerbank ist die halbstaatliche BayernLB mit einem Volumen von rund zwei Milliarden Euro. In den Tagen zuvor hatten schon der Baukonzern Holzmann und der größte deutsche Büromittelhersteller Herlitz Insolvenz angemeldet.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte erklärt, nach ersten Informationen seien von der Bayerischen Landesbank Kredite an Kirch geflossen, deren Absicherung und Besicherung fragwürdig sei. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat dies zurückgewiesen und zugleich erklärt, sein Land werde keine Staatsmittel zur Sanierung von Kirch geben. Schröder hatte am Montag erklärt, bei einer entsprechenden Bitte des Insolvenzverwalters staatliche Hilfe zu erwägen, wenn die zur Rettung von Arbeitsplätzen nötig wäre. Die Bundesregierung hatte vor zweieinhalb Jahren durch Bürgschaften den drohenden Konkurs von Holzmann verhindert.

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