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Banken wollen Herlitz-Insolvenzplan offenbar zustimmen

Die Gläubigerbanken der zahlungsunfähigen Herlitz AG werden dem Insolvenzplan für den Schreibwarenhersteller offenbar zustimmen. Aus Bankenkreisen verlautete am Freitag, die Gläubigerbanken, die rund 70 % an dem Unternehmen halten, würden den Plan am Montag voraussichtlich geschlossen genehmigen.

rtr BERLIN. Bei Beratungen am Donnerstag habe keine Bank Anstalten gemacht, dem Insolvenzplan die Zustimmung zu verweigern, hieß es. "Das Ding ist auf einem guten Weg", hieß es in den Kreisen zu dem Insolvenzplan. Der Plan gebe dem Unternehmen eine Chance, wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Der Insolvenzverwalter Peter Leonhardt hatte bereits zuvor seine Hoffnung auf eine Rettung von Herlitz geäußert. In Unternehmenskreisen hieß es, auch die anderen Gläubigergruppen würden mit großer Wahrscheinlichkeit zustimmen.

Weiter hieß es in den Kreisen, ein kleines Probleme bestehe aber noch, da eine kleinere Gläubigerbank zwar dem Insolvenzplan, aber offenbar nicht dem neuen Kreditvertrag für Herlitz zustimmen wolle. Von dem Gesamtvolumen von 188 Mill. ? entfielen auf diese Bank rund 600 000 ?. Sie wolle ihre Kreditlinie für Herlitz über diesen Betrag wohl nicht wie die anderen Banken offen lassen, hieß es in den Kreisen. Dies sei bei den anderen Geldinstituten auf Verärgerung gestoßen. Es sei aber davon auszugehen, dass dieser "kleine Stolperstein" bis Montag ausgeräumt werde. "Daran wird es nicht scheitern."

Leonhardt hatte dem "Tagesspiegel" (Freitagausgabe) gesagt: "Ich habe sehr große Hoffnung, dass die Gläubiger meinem Plan zustimmen und Herlitz damit gerettet ist." Es gebe positive Signale von Banken und anderen Gläubigergruppen, die auf ein positives Ende hoffen ließen. Auch der größte Teil der Arbeitsplätze könne wohl erhalten werden. Von derzeit 2700 Herlitz-Beschäftigten habe man weniger als 60 kündigen müssen. Aus Unternehmenskreisen verlautete: "Allen (Gläubigergruppen) ist klar gemacht worden, dass sie auf Geld verzichten, was sie ohnehin nicht kriegen würden, wenn der Laden Pleite macht." Leonhardts Insolvenzkonzept sieht vor, den verschiedenen Gläubigergruppen und auch den Mitarbeitern Sanierungsbeiträge abzuverlangen. Durch die finanziellen Entlastungen soll Herlitz nach vielen gewinnlosen Jahren bereits 2002 Gewinne ausweisen und dies auch 2003 fortsetzen. Der Erhalt von Herlitz wäre der erste Fall in der deutschen Wirtschaft, bei dem ein namhaftes Unternehmen auf Basis des 1999 geänderten Insolvenzrechts gerettet würde, hatte Leonhardt unlängst gesagt.

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