Bankeninitiative will Anleger-Bedürfnissen nachkommen
Neues Derivate Forum verbessert Markttransparenz

Trotz steigender Umsätze bei Derivaten ist bislang der Anteil der Privatanleger, die Zertifikate für ihre Geldanlage nutzen, noch gering. Ein Grund: Die Produkte orientieren sich noch zu wenig an den Transparenzbedürfnissen der Privatanleger. Deshalb benötigt die Branche eine Initiative, die die Attraktivität und Verständlichkeit der Derivate für die Privatanleger erhöht.

Im Derivate Forum haben sich in einem ersten Schritt vier große Banken mit einem gemeinsamen Marktanteil von mehr als 50 Prozent zusammengeschlossen: Sal. Oppenheim, Deutsche Bank, DZ Bank und die WestLB. Noch in diesem Jahr wollen die Mitglieder des Derivate Forums folgende Punkte anpacken:

1. Einheitliche Marktvolumensdaten

Die bislang publizierten Handelsvolumina zeigen nur den Umsatz verschiedener Produktklassen. Was sie nicht darstellen, ist das dahinter liegende Absatzvolumen und damit die Größe der mit derivativen Wertpapieren gemanagten Gelder. Reine Umsatzdaten bringen für die Frage des Privatanlegers, welche Marktbedeutung welches Produkt und welcher Anbieter haben, jedoch nur wenig Erkenntnis.

2. Definition von Produktklassen

Allzu häufig werden für gleiche Produkte unterschiedliche Bezeichnungen verwandt. Setzen sich bestimmte Bezeichnungen einmal durch, so werden diese auch für andersartige Produkte verwendet. Das führt dazu, dass Anleger verwirrt werden und dass selbst für Berater die Einstufung in Risikoklassen für die Bewertung und die Rege-lung der Beleihung sehr aufwändig wird. Im Ergebnis stufen viele Banken Zertifikate in die höchste Risikoklasse ein, um den hohen Analyse-Aufwand zu sparen. Daraus resultieren dann auch niedrige Beleihungsgrenzen - ein Ärgernis für viele Kunden. Im Vordergrund steht also nicht die Vereinheitlichung von Namen, sondern von Produktklassen. Ziel ist, die Produktvielfalt für Anleger, aber auch für Berater transparenter zu machen. Auf längere Sicht hoffen die Initiatoren des Derivate Forums, dass sich einheitliche Bezeichnungen und Kategorien als Standards in der Branche durchsetzen werden.

3. Entwicklung einheitlicher Parameter

Darüber hinaus unterscheiden sich die dem Privatanleger zur Verfügung gestellten Informationen je nach Emittent und Produktklasse zum Teil erheblich. Das erschwert die Auswahl. Um die Produkte verschiedener Emittenten vergleichbar zu machen, muss auch hier eine einheitliche Informationsbasis geschaffen werden. So sollten zum Beispiel Laufzeiten und Auszahlungsprofile ausgewiesen werden. Gemeinsame Basis der im Derivate Forum zusammengeschlossenen Anbieter ist ihre starke Verankerung im Privatkundengeschäft der jeweiligen Häuser.

Fazit: Gegenüber den Anlegern sowie dem gesamten Markt für derivative Wertpapiere fühlt sich das Derivate Forum verpflichtet, Verbesserungen auf den Weg zu bringen. Der Nutzen des Forums liegt in seiner Durchschlagskraft. Aufgrund der Marktbedeutung und gemeinsamen Anlegerorientierung werden Sal. Oppenheim, Deutsche Bank, DZ Bank und WestLB der Derivate-Branche neue Impulse geben. In der nächsten Zeit wird das Derivate Forum des Öfteren Maßnahmen vorstellen, die dazu beitragen sollen, die Transparenz von Produkten und des Marktes insgesamt für Privatanleger zu erhöhen.

Der Autor ist Managing Director des Privatbankhauses Sal. Oppenheim in Frankfurt am Main und leitet die Equity Derivatives Group. Informationen unter » www.oppenheim-derivate.de.

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