Bankenkongress in Frankfurt
Prodi: Europa kann zu einer Supermacht werden

ap FRANKFURT/MAIN. Europa kann nach Ansicht von EU-Kommissions-Präsident Romano Prodi zu einer Supermacht werden. Auf dem Europäischen Bankenkongress in Frankfurt am Main sagte Prodi am Freitag auch, nur ein starkes Europa könne ein weltweiter Akteur sein. Europa und der Euro standen im Mittelpunkt der Tagung. Politiker und Finanzexperten berieten unter anderem über Regeln für die europäischen Finanzmärkte und die politischen Perspektiven für Europa.

Prodi sagte in seiner Rede vor dem Kongress, Europa sei vor die Wahl gestellt: Entweder werde Einheit in der Vielfalt geschaffen, oder es werde den nationalen Interessen erlaubt, sich quasi gegenseitig auszuschalten und Entscheidungsprozesse zu blockieren.

Er betonte, das Modell der Zwischenstaatlichkeit Europas habe nicht funktioniert. Europas Renaissance könne auf dieser Basis nicht entstehen. Vielmehr brauche es ein Modell, in dem Europa, die EU-Kommission, in internationalen Verhandlungen mit einer Stimme spreche. Auch die Eurozone sollte mit einer Stimme sprechen, sagte Prodi. Damit könne die EU auch in Finanzangelegenheiten zu einem global player werden.

Duisenberg-Rede am Nachmittag

Der ungarische Premierminister Viktor Orban sagte, er habe Vertrauen und Hoffnung, dass der Kontinent zusammen komme. Bisher sei dies aber noch eine Vision. Seiner Ansicht nach würden aber viel zu häufig die Kosten der EU-Erweiterung diskutiert und viel zu wenig, welcher Gewinn daraus erwachse.

Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer erklärte, der Gipfel der EU-Staats- und Regierungschef im Dezember in Nizza müsse mehr sein als nur ein weiterer typischer europäischer Kompromiss. Die politische Kooperation in Bereichen wie Justiz, Außen- und Sicherheitspolitik müsse intensiver werden. Eine europäische Renaissance müsse nicht nur in der Politik und auf den Märkten Raum greifen, sondern auch in den Köpfen der Menschen. Dabei solle zum Beispiel die dänische Entscheidung gegen den Euro Ende September nicht vergessen werden, die daran erinnere, dass die europäische Integration kein Selbstgänger sei.

Als weitere Sprecher wurden im Laufe des Tages noch der Präsident der Europäischen Zentralbank, Wim Duisenberg, und Außenminister Joschka Fischer erwartet.



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