Bankenpräsident Heintzeler erwartet erst 2002 Besserung
Gewinne der Banken sinken weiter

Die Konjunktur- und Börsenflaute wird dieses Jahr die Bilanzen der deutschen Kreditwirtschaft verhageln. Sowohl im bislang ertragsstarken Investment-Banking als auch im Privatkundengeschäft sei der Gewinn rückläufig, erklärte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Frank Heintzeler, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

STUTTGART. Für nächstes Jahr ist Heintzeler, der auch Chef der Stuttgarter BW Bank ist, dagegen verhalten optimistisch: Die Börse bewegt sich nach seiner Einschätzung in der Nähe der Bodenbildung. Für den Winter und das Frühjahr sei daher mit einer "Konsolidierung auf niedrigem Niveau" zu rechnen. Schon jetzt seien in USA und Deutschland erste Anzeichen für eine konjunkturelle Belebung zu erkennen. Außerdem lasse der Preisdruck nach. Die Börse werde die wirtschaftliche Erholung frühzeitig vorwegnehmen.

Erste Bremsspuren

Die Ergebnisse der Großbanken im ersten Halbjahr haben bereits Bremsspuren gezeigt. So lag der Gewinn vor Steuern bei der Deutschen Bank mit 3,2 Mrd. rund ein Drittel unter dem Vorjahr. Die Commerzbank musste ein Minus von 76 % verkraften. Schwächer waren auch Hypo-Vereinsbank und Dresdner Bank. Vor allem die stark von der Börsenlage abhängigen Ergebniskomponenten Provisionsüberschuss und Handelsergebnis blieben bei den meisten Banken deutlich hinter den sehr guten Vorjahreszahlen zurück. "Es wird kaum eine spürbare Ergebnissteigerung geben, wenn Börsenklima und Konjunktur sich nicht nachhaltig verbessern werden", sagte Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller dem Handelsblatt.

Auf Grund der drastisch zurückgegangenen Zahl der Börsengänge erwartet Bankenpräsident Heintzeler für das laufende Geschäftsjahr beim Investment-Banking einen besonders heftigen Ertragseinbruch. Dies könne durch zusätzliches Geschäft in den Bereichen "Fusionen und Übernahmen" und "Strukturierte Finanzierungen" kaum kompensiert werden. Nach seiner Prognose werden 2001 die Provisionseinnahmen der Banken um 10 bis 30 Prozent sinken. Die Zinserträge würden zwar leicht steigen, aber die Wertberichtigungen ebenfalls. Am besten laufe derzeit noch das Firmenkundengeschäft, während das Geschäft mit vermögenden Privatkunden auf Grund der schwachen Wertpapierumsätze sehr schwierig sei.

Mit einer nennenswerten Zahl von Börsengängen rechnet Heintzeler nicht mehr vor Ende dieses Jahres. Unternehmen, die reif und bereit seien für eine Börsenplatzierung, gebe es zwar genug. Aber im Moment sei der Markt nicht aufnahmefähig. Im Frühjahr 2002 werde das besser aussehen.

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