Bankenumfrage
Deutsche sehen Bedarf für Wirtschaftsreformen

Die Mehrzahl der Deutschen sieht einer Studie des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) zufolge dringenden Bedarf für Reformen in der Wirtschaft.

Reuters BERLIN. "Das Bild von Deutschland als dem kranken Mann Europas verbreitet sich zunehmend auch in der Bevölkerung", sagte BdB-Chef Manfred Weber am Mittwoch in Berlin.

Vier von fünf Befragten schätzen nach der Erhebung die hohen Lohnkosten als Hauptgrund für die Arbeitslosigkeit ein. Zwei Drittel hielten Lohnabschlüsse in Höhe der Inflationsrate oder sogar darunter für angemessen. 28 % plädierten hingegen für höhere Lohnzuwächse. Mit 51 % habe sich eine Mehrheit der Befragten dafür ausgesprochen, Tarifverträge künftig nur noch auf Unternehmensebene abzuschließen.

Die Deutschen gewinnen nach Webers Worten zunehmend ein realistisches Bild der wirtschaftlichen Lage. Nur 40 % der 1500 Befragten seien noch der Ansicht, es gehe Deutschland wirtschaftlich besser als den westlichen Nachbarländern. Bei der vorhergehenden Umfrage vor zwei Jahren hätten noch 55 % dieser These zugestimmt. Auch glaubten immer mehr Bürger, dass die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes nachgelassen habe.

Deutlich verändert hat sich laut BdB die Einstellung zur Globalisierung. "Inzwischen überwiegen die positiven Beurteilungen gegenüber den negativen Befürchtungen", sagte Weber. Fast zwei Drittel der Befragte sähen danach die Chance, überkommende Strukturen aufzubrechen, und jeweils mehr als 60 % erwarteten sinkende Produktpreise sowie bessere Absatzchancen für deutsche Produkte im Ausland. Jedoch befürchteten 51 % der Bürger eine durch den globalen Wettbewerb steigende Arbeitslosigkeit.

Nur jeder dritte Deutsche glaubt nach der Umfrage des BdB, dass die Politik die wirtschaftlichen Probleme lösen kann. Die Deutschen würden zunehmend auf Eigenverantwortung setzen und die Bedeutung des Staates für die Wohlstandssicherung immer geringer einstufen.

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