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Bankenverband: Private Banken haben das Schlimmste überstanden

Die deutschen Privatbanken haben nach Einschätzung ihres Verbandes die Ertragskrise überwunden, leiden aber weiterhin unter dem Reformstau und der "verkrusteten Struktur" der Branche. "Das Schlimmste ist überstanden", sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Rolf E.

dpa-afx FRANKFURT. Die deutschen Privatbanken haben nach Einschätzung ihres Verbandes die Ertragskrise überwunden, leiden aber weiterhin unter dem Reformstau und der "verkrusteten Struktur" der Branche. "Das Schlimmste ist überstanden", sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Rolf E. Breuer, am Montag in Frankfurt.

Die Lage habe sich aber lediglich stabilisiert. Das Ertragsniveau der Institute sei weiterhin zu niedrig, um die Expansions-Möglichkeiten zu fördern. Breuer, der im März 2005 von Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller abgelöst wird, forderte übergreifende Fusionen.

Breuer: Mehr Freiheit Nötig

"Die Betroffenen müssen die Freiheit haben zu entscheiden, mit wem sie sich für eine bessere Zukunft zusammenschließen", sagte Breuer. Das dreigliedrige deutsche Banksystem mit Genossenschaftsbanken, Privatbanken sowie Sparkassen verhindere bislang die Lösung des Rentabilitätsproblems. Fusionen über die Säulen hinweg seien nicht möglich. "Den Banken wird die Zukunft diktiert. Dagegen wehre ich mich."

Breuer plädierte erneut für die Privatisierung von Sparkassen. Auch wenn die staatlichen Garantien für Sparkassen und Landesbanken auf Druck der EU 2005 wegfielen, gebe es weiterhin Wettbewerbsverzerrungen.

Staat Soll Rechtliche Hemmnisse Beseitigen

Vom Staat forderte der Aufsichtsratschef der Deutsche Bank AG , rechtliche Hemmnisse für das Aufbrechen der Strukturen zu beseitigen und sich aus dem Bankgeschäft zurückzuziehen. "Am Markt scheiden tendenziell nicht die Untüchtigsten, sondern die am wenigsten Subventionierten aus."

Zudem seien dringend Reformen nötig, um den Standort Deutschland zu stärken. "Der Finanzstandort wie die Volkswirtschaft insgesamt verfügen über ein großes Potenzial", sagte Breuer. "Wir müssen sie aber auch heben." Dringend notwendig sei eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, eine umfassende Föderalismusreform und die Reform der Unternehmenssteuer.

Verband: Wirtschaft Wird 2005 UM 1,25% Wachsen

Der Verband erwartet im nächsten Jahr für Deutschland nur ein Wirtschaftswachstum von 1,25 Prozent und liegt damit weit unter der Prognose der Bundesregierung mit 1,7 Prozent. Die Wirtschaft werde im neuen Jahr ohne großen Schwung starten, heißt es im Konjunkturbericht des Verbandes. Wichtigster Taktgeber würden die Exporte bleiben, die allmähliche Stabilisierung des Arbeitsmarktes werde die Binnenwirtschaft etwas stützen. "Die konjunkturelle Dynamik sollte in etwa auf dem diesjährigen Niveau bleiben", heißt es. Für das laufende Jahr geht der Verband von 1,75 Prozent Wachstum aus, allerdings wird diese Zahl durch mehr Arbeitstage überzeichnet.

Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller wird Breuer im März 2005 ablösen. Das beschloss der Vorstand am Montag. Breuer steht seit November 2001 an der Spitze des Verbandes. Der BdB vertritt die Interessen von rund 240 privaten Banken und elf regionalen Verbänden in Deutschland.

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