Bankenverband sieht noch großes Potenzial im Online-Banking
Internet-Banking auf dem Vormarsch

Bankgeschäfte über das Internet sind in Deutschland rasant auf dem Vormarsch. Mehr als zehn Millionen Online- Konten sind inzwischen bei den Banken registriert.

dpa/vwd FRANKFURT. Dies sind gut sieben Mal so viele wie noch vor fünf Jahren, berichtete der Bundesverband deutscher Banken am Dienstag in Frankfurt. In wenigen Jahren dürfte die 20-Millionen-Schwelle erreicht sein, sagte der stellvertretende Verbands-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Arnold.

Allerdings erweise sich die Angst vieler Bundesbürger vor Datenmissbrauch im Internet noch immer als größtes Hemmnis für die boomende Branche. Dies habe eine Umfrage des Verbandes zusammen mit der Forschungsgruppe Wahlen Online GmbH gezeigt. Rund 10 000 Menschen wurden dazu per Telefon und online befragt.



Online-Banking in vielen zu unsicher

Danach betrieben fast ein Drittel der Personen kein Online- Banking, da ihnen dies "zu unsicher" sei. Generell hielten sogar 41 % elektronische Bankgeschäfte für "nicht so sicher". Fast ein Fünftel meinte, es sei "gar nicht sicher". Selbst bei routinierten Internet-Nutzern, die bereits ihre Bankgeschäfte über die weltweite Datenautobahn tätigten, hegten noch viele Zweifel an der Sicherheit bei der Datenübertragung.

Der Bundesverband plädierte deshalb erneut für den Einsatz digitaler Signaturen. Nur diese garantierten Sicherheit im Internet- Geschäftsverkehr. Die Politik solle daher auch die elektronische Schriftform rechtsverbindlich machen. Dabei müsse im Gesetz dann auch klargestellt werden, dass die Urheberschaft solch elektronischer Willenserklärungen "nicht betritten werden kann".

Bankenverband sieht noch großes Potenzial im Online-Banking

Das Potenzial im Online-Banking ist nach Ansicht von Wolfgang Arnold, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Das private Bankgewerbe habe sich frühzeitig auf diese neuen Entwicklungen eingestellt und sei im Bereich des E-Commerce und des Internet-Banking Marktführer, sagte Arnold am Dienstag in Frankfurt. Eine Studie der von privaten Banken getragenen Gesellschaft für bankwissenschaftliche Forschung in Köln zum Einfluss der neuen Informations- und Kommunikationstechniken speziell auf das Firmenkundengeschäft der privaten Banken habe unter anderem gezeigt, dass das Leistungs- und Produktspektrum der Banken vor einem wesentlichen Wandel stehe.

Mit Standardleistungen wie zum Beispiel Zahlungsverkehr, würden positive Deckungsbeiträge nur noch dann zu erzielen sein, wennn man sie auf breiter Technologie- und Marktbasis selbst zum Kerngeschäft mache, heißt es in der Picot-Studie. Die Tendenz zum Outsourcing werde zunehmen, weil die notwendige "kritische Masse" oft auch für Große nicht mehr erreichbar sei. Das traditionelle Bankgeschäft, wie die Bereitstellung von Investitions-, Betriebsmittel- und Kontokorrentkrediten werde für viele Firmenkunden auf Grund alternativer Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten an Bedeutung verlieren, betont die Studie.



Chancen liegen im Risikomanagement

Neue Chancen und Möglichkeiten für das Bankgewerbe im Firmenkundengeschäft sieht die Studie unter anderem in einem von den Banken bereitgestellten informationstechnisch gestützten Risikomanagement, das neue Möglichkeiten beim Handel mit Kreditrisiken erschließe. Speziell im Bereich E-Commerce müssten die Banken ihre Palette um neue Dienstleistungen erweitern. Das Angebot reiche von der Bereitstellung von Portalfunktionen und Plattformen für elektronische Märkte bis hin zu hochspezialisierten Sicherheitsleistungen mit einer bankeigenen Zertifizierungsarchitektur. Im Zuge dieses Entwicklungsprozesses werde jede Bank für sich ihre Rolle neu zu definieren haben.

Das Spektrum reiche von konsequenter Konzentration und Fokussierung auf selbstidentifiziertes Kerngeschäft bis hin zum Angebot von neu konfigurierten Leistungsbündeln in neu entwickelten, kundenorientierten Vertriebseinheiten.

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