Bankgesellschaft Berlin belastet
Nord LB peilt wieder „normale“ Gewinne an

Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) will in diesem Jahr den Schock durch das Desaster bei der Berliner Bankgesellschaft überwinden und zum gewohnten Gewinn zurückfinden.

dpa HANNOVER. "Wir erwarten ein moderates Wachstum und verbessertes Ergebnis", sagte der Nord/LB-Vorstandsvorsitzende Manfred Bodin am Freitag in Hannover. Konkrete Zahlen nannte er nicht. Im vergangenen Jahr hatte die Krise der Bankgesellschaft dem Nord/LB-Konzern einen Gewinneinbruch von 62,7 Prozent auf 50,8 Millionen Euro beschert. Dafür waren vor allem Wertberichtigungen von insgesamt 321 Millionen Euro verantwortlich.

Zur Zukunft des Nord/LB-Engagements bei der Bankgesellschaft sagte Bodin, es bestehe weiter ein starkes Interesse an einer Fusion. "Wir hätten das Thema gerne schon letztes Jahr zum Abschluss gebracht." Aber die zu einer Risiko-Bewertung nötigen Finanzdaten seien nach wie vor nicht vorgelegt worden. Dies solle nun am 3. Juni geschehen. Auf einen Bieterwettlauf werde sich die Bank aber ohnehin nicht einlassen. Er verwies darauf, dass die strategische Allianz mit Berlin bis 2004 vertraglich vereinbart sei." Der eingeschlagene Weg "war richtig und bleibt richtig." Bodin zeigte sich überzeugt, "dass es ohne uns keine Sparkasse in Berlin in der Zukunft geben wird".

Niedersachsens Finanzminister Heinrich Aller (SPD) hatte vor kurzem als Aufsichtsratsvorsitzender der Nord/LB angekündigt, sollte es nicht zur angestrebten Fusion kommen, werde die verbliebene Beteiligung von knapp elf Prozent verkauft. Er gehe aber weiter davon aus, dass es zu einer Fusion kommen werde.

Bodin zeigte sich mit dem Geschäftsverlauf 2001 angesichts der schwierigen Wirtschaftslage sehr zufrieden. Die Bilanzsumme stieg um 7,3 Prozent auf knapp 200 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge verbesserte sich um 16,7 Prozent auf 632,4 Millionen Euro. "Bis hierher war für uns die Welt in Ordnung", betonte er. Dazu habe unter anderem ein um 7,1 auf rund 1,15 Milliarden Euro verbesserter Zinsüberschuss beigetragen.

Der Provisionsüberschuss blieb mit 195,4 Millionen Euro fast unverändert. Allerdings sackte das Ergebnis aus Finanzgeschäften um 73,9 Prozent auf 18,2 Millionen Euro ab. Die Verwaltungskosten stiegen um 6,7 Prozent auf 904,4 Millionen Euro.

Im ersten Quartal 2002 habe der Konzern sein Betriebsergebnis vor Risikovorsorge um 63,9 Prozent auf rund 157 Millionen Euro gesteigert. Auch nach einer Risikovorsorge von rechnerisch 61 Millionen Euro falle der Vergleich zum Vorjahresquartal sehr positiv aus. Ziel bleibe angesichts guter Zahlen bei der Finanzierung von Flugzeugen und Schiffen und des internationalen Geschäfts inklusive Investment Banking eine stärkere Orientierung auf das Privatkundengeschäft und eine Verbesserung des Firmenkundengeschäfts.

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