Bankgesellschaft Berlin legte zu
Dax kann die 5000er Marke nicht halten

Die deutschen Aktienindizes haben sich vor dem Wochenende widerstandsfähig gezeigt und zugelegt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) überwand im Tagesverlauf am Freitag mühelos die 5000-Punkte-Hürde, konnte sie aber nicht bis zum Schlussgong halten.

dpa FRANKFURT/MAIN. Am Abend stand der Index nur noch bei 4989,91 Punkten, weil der Nasdaq Index in New York immer weiter nachgab. Das war ein Plus von 1,09 %. Der M-Dax stieg um 0,85 % auf 4272,45 Zähler. Der Nemax 50 stand bei 1240,41 Punkten. Das entsprach im Durchschnitt 0,42 % Gewinn. Im Handelsverlauf war der Index bis auf 1271,12 Zähler gestiegen, litt aber im späten Geschäft unter der schwachen US- Technologie-Börse.

In den USA war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das dritte Quartal unerwartet schlecht ausgefallen, der Einkaufsmanager-Index ebenfalls rückläufig. Das habe aber zunächst kaum Auswirkungen an den US-Börsen gehabt, sagte ein Händler. Allerdings seien die europäischen Indizes kurzfristig irritiert gewesen. Der Markt habe eine leichte Abschwächung des BIP erwartet, sagte der Händler.

SAP gewann 4,15 % auf 138,00 ?. Infineon stieg um 4,18 % auf 21,93 ?. Der Halbleiterhersteller will mit dem US-amerikanischen Pendant AMD kooperieren. Damit könnte Infineon Entwicklungskosten sparen und mehr Know How ansammeln, sagte ein Händler. Deshalb werde die Nachricht am Markt "sehr positiv" aufgenommen.

Die Lufthansaaktie verzeichnete zunächst deutliche Gewinne, nachdem sich Vorstandschef Jürgen Weber optimistisch geäußert hatte, in diesem Jahr einen Betriebsgewinn zu erzielen, obwohl die Gesellschaft nach den Attentaten in den USA pro Woche 100 Mill. DM verliere. Die Krise in der Luftfahrt wird nach Ansicht von Weber mindestens zwei Jahre dauern. Viele Marktteilnehmer waren ähnlich optimistisch: "Die Lufthansa hat praktisch keinerlei Schulden, ist hervorragend positioniert und wird deshalb auch als eine der wenigen gestärkt aus dieser Krise hervorgehen", sagte ein Händler. Trotz des Optimismus verlor die Aktie am Abend 1,37 % auf 14,35 ?.

Trotz möglicher Kreditausfälle durch den drohenden Zusammenbruch des US-Energiehandlers Enron notierten die deutschen Banken fest, drehten aber vor Handelsende ins Minus. Die Commerzbank verlor 1,14 % auf 19,11 ?, Hypo-Vereinsbank 0,08 % auf 35,82 ?. Lediglich die Deutsche Bank stieg um 0,14 % auf 72,00 ?.

Am Wochenende wird der Indexanbieter Morgan Stanley Capital International (MSCI) seine Indizes auf Streubesitz umstellen. Dann werden Titel, die zu einem großen Teil frei handelbar sind, höher gewichtet. Die Deutsche Telekom mit niedrigem Streubesitz und hohem staatlichen Anteil wird deshalb niedriger gewichtet werden. Diese Aussichte hatte allerdings keinen negativen Einfluss auf den Wert, sagte ein Händler. Die T-Aktie legte 4,82 % auf 19,15 ? zu und war damit Tagessieger.

Die Bankgesellschaft Berlin, die kürzlich knapp an der Pleite vorbeigeschlittert war, streicht wegen hoher Verluste mehr als ein Viertel ihrer Stellen. 4000 der 15 000 Mitarbeiter würden entlassen. Auch der umstrittene Vorstandchef Wolfgang Rupf geht. Da Anleger Entlassungen meist wohlwollend betrachten, gewann die Aktie 4,7 % auf 2,67 ?.

Die internationalen Börsen entwickelten sich uneinheitlich. Während in London die Verkaufslisten länger waren als die Kaufgesuche, war es in Paris genau umgekehrt. Der Euro-Stoxx 50 zog dagegen um moderate 0,8 % auf 3658,27 Zähler an.

Trotz steigender Aktienindizes behauptete sich der Rentenmarkt gut. Der Bund Future gewann 0,3 % auf 110,39 Punkte, der Rex 0,2 % auf 114,87 Stellen. Die Umlaufrendite sank von 4,48 auf 4,41 %. Der Kurs des Euro ist am Freitag gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8898 (Donnerstag: 0,8887) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1981 (2,2008) DM.

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