Bankgesellschaft bestätigte dies
Prüfer BDO von Schweigepflicht entbunden

"Die IBG hat uns heute von unserer Verschwiegenheitspflicht gegenüber der Staatsanwaltschaft entbunden", sagte BDO-Chef Christian Dyckerhoff der Zeitung "Die Welt" in einem am Dienstag vorab verbreiteten Interview.

Reuters BERLIN. Zum Stillschweigen sei die BDO somit nicht mehr verpflichtet. Die Bankgesellschaft bestätige dies, wies aber darauf hin, dass davon nur die Ergebnisse der zuletzt bekannt gewordenen Sonderprüfung des Wirtschaftsprüfers Achim Walther von 1997 betroffen seien. Die BDO hatte für die IBG mehrere Jahresabschlüsse testiert.

Dyckerhoff bekräftigte, dass BDO die Bilanzen der IBG nicht falsch testiert habe. "Wir gehen davon aus, dass wir nicht in der Haftung stehen, weil wir nichts falsch gemacht haben, weder fahrlässig noch vorsätzlich." Bereits am Montag hatte die Gesellschaft erklärt, der Vorwurf, BDO habe vorsätzlich ein falsches Testat erteilt, entbehre jeder Grundlage.

Im Zentrum der Kritik stehen geschlossene Immobilienfonds der IBG, bei denen den Anlegern marktpreisunabhängige feste Mietpreisgarantien über 25 Jahre zugesichert wurden. Der Hannoveraner Wirtschaftsprüfer Walther hatte in einer Sonderprüfung bereits 1997 festgestellt, dass die Bank durch Mietgarantien allzu hohe Risiken eingegangen sei. "BDO hat nicht richtig testiert. Und die IBG hätte das Geschäft nicht weitermachen können, wenn BDO die Jahresabschlüsse anders behandelt hätte", hatte Walther Reuters am Freitag gesagt.

Dyckerhoff sagte den Angaben der Zeitung zufolge, ein von der BDO mit den Wirtschaftsprüfern KPMG und CL Deutsche Revision erarbeitetes Sondergutachten im Auftrag der Bankgesellschaft vom Februar 1997 sei hinreichend auf die Risiken aus den Mietpreisgarantien der IBG-Fonds eingegangen.

Dyckerhoff befürchte wegen der derzeitigen Diskussion einen großen Imageschaden für BDO, berichtete die Zeitung weiter. Der Berliner Staatsanwaltschaft liegt das Walther-Gutachten vor. Die Justiz prüft nach eigenen Angaben derzeit, ob sich strafrechtsrelevante Vorwürfe ergeben.

Die mehrheitlich landeseigene Bankgesellschaft war vor allem wegen Verlusten im Immobiliengeschäft in den vergangenen Jahren ins Trudeln geraten. Nur die Übernahme von Immobilienrisiken von bis zu 21,6 Mrd. Euro durch das Land Berlin konnte sie zuletzt vor dem Aus retten.

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