Archiv
Bankgesellschaft weiter auf Sanierungskurs - Operativer Gewinn

Die Bankgesellschaft Berlin hat bei der Sanierung weitere Fortschritte gemacht. Der mehrheitlich landeseigene Konzern wies für die ersten neun Monate ein operatives Ergebnis nach Risikovorsorge von 129 Mill. Euro aus.

dpa-afx BERLIN. Die Bankgesellschaft Berlin hat bei der Sanierung weitere Fortschritte gemacht. Der mehrheitlich landeseigene Konzern wies für die ersten neun Monate ein operatives Ergebnis nach Risikovorsorge von 129 Mill. Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies ein Plus von 6,6 Prozent. Vorstandschef Hans-Jörg Vetter bekräftigte am Donnerstag zugleich die Gewinnprognose für das laufende Jahr. Bis zum Jahresende soll auch der Verkauf des privaten Bankhauses Weberbank abgeschlossen sein.

Vetter zeigte sich mit den bislang erreichten Ergebnissen zufrieden. "Die strategische Neuausrichtung kann bis auf Restarbeiten als abgeschlossen betrachtet werden." Die Bankgesellschaft war 2002 nach riskanten Kredit- und Immobiliengeschäften an den Rand der Pleite geraten und konnte nur durch staatliche Milliardenhilfen gerettet werden. Jetzt versteht sich der Konzern, an dem das Land mit rund 82 Prozent beteiligt ist, nur noch als große Regionalbank.

Dazu wurde Ende August rückwirkend zum 1. Januar auch die Investitionsbank Berlin (IBB) ausgegliedert. Die IBB-Zahlen sind in den Vergleichszahlen des Vorjahres nicht enthalten. Die Beschäftigtenzahl sank erstmals seit Beginn der Sanierung unter 10 000 Mitarbeiter. Ende September zählte der Konzern, zu dem auch Berliner Bank und Berliner Sparkasse gehören, noch etwa 9 800 Beschäftigte.

Das Ergebnis vor Steuern stieg in den ersten drei Quartalen auf 95 Mill. Euro (plus 48,4 Prozent). Vetter zeigte sich deshalb überzeugt, dass Gesamtjahresziel von mindestens 100 Mill. Vorsteuer-Gewinn erreichen zu können. Das Ergebnis nach Steuern lag mit 39 Mill. ebenfalls im Plus, allerdings um fünf Mill. unter dem September- Wert 2003. Begründet wurde dies mit deutlich höheren Ertragssteuern. Allein im dritten Quartal blieben bei einem operativen Ergebnis von 52 Mill. Euro unterm Strich noch sieben Mill. übrig. Im dritten Quartal 2003 waren noch 90 Mill. Verlust angefallen.

Zum Stand der Verkaufsbemühungen für die Weberbank wollte Vetter keine näheren Angaben machen. Er zeigte sich aber überzeugt, das Geschäft bald abschließen zu können. "Wir gehen davon aus, dass das Thema bis zum Ende des Jahres erledigt ist." Interesse hat unter anderem die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim angemeldet. Der Verkauf der Weberbank ist eine der Bedingungen, von denen die EU- Kommission ihre Zustimmung zum Sanierungsplan für die Bankgesellschaft abhängig macht. Die Privatisierung des Gesamtkonzerns war im vergangenen Jahr gescheitert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%