Bankhäuser halten Kurseinbruch für übertrieben: Morgan Stanley schiebt T-Aktie an

Bankhäuser halten Kurseinbruch für übertrieben
Morgan Stanley schiebt T-Aktie an

Anleger der Deutschen Telekom sind mit einem Kursverlust von über 85 % seit März 2000 nicht verwöhnt. Wer auf Besserung im neuen Jahr 2002 gewettet hat, wurde wieder enttäuscht: Mit einem Minus von fast 20 % führt die T-Aktie gemeinsam mit dem Finanzdienstleister MLP die Verliererliste im Deutschen Aktienindex (Dax) an. Zumindest bis Montag vor Börsenstart. Dann sorgte eine Heraufstufung dafür, dass die T-Aktie zum Dax-Tagesgewinner wurde. Fast 6 % legte das Schwergewicht zu.

DÜSSELDORF. Ursache ist eine Studie Morgan Stanleys. Die sonst gegenüber dem Ex-Staatsmonopolisten eher kritischen Amerikaner stuften die Aktie von "neutral" auf "outperform" herauf - die Aktie werde sich künftig besser als der Gesamtmarkt entwickeln. Das neue Kursziel lautet: 19,40 ?. Nach dem montäglichen Sprung auf rund 15,90 ? gibt es demnach noch Potenzial von 23 %.

Die Experten verweisen insbesondere auf die dramatischen Kursverluste in den vergangenen Wochen. Diese entstanden, weil Investoren verunsichert sind, ob der geplante Verkauf des TV-Kabelnetzes an den US-Konzern Liberty Media klappt. Die Telekom will dadurch ihre Schuldenlast von derzeit 65 Mrd. ? um 5,5 Mrd. ? mindern. Doch nachdem das Kartellamt Bedenken signalisiert hatte, war die Aktie unter Druck geraten. Bis Freitag soll sich Liberty zum vorläufig ablehnenden Beschluss der Behörde äußern. Als dann am vergangenen Freitag auch noch die Ratingagentur Fitch ihren Ausblick für die Bewertung der vorrangigen und ungesicherten Schuldtitel der Telekom auf "Negativ" von "Stabil" senkte, brach die T-Aktie weiter ein.

"Der Markt missachtet die Möglichkeit eines anderen Angebots für den Kabelnetzverkauf", heißt es in der umfangreichen Studie Morgan Stanleys. Die US-Banker rechnen damit, dass die Telekom ihre Schuldenlast deutlicher als bislang angenommen verringern wird. Risiken seien hinreichend im Kurs enthalten, heißt es. Gegenüber ihren Wettbewerbern weise die Telekom eine günstige Bewertung auf. Die übernommene US-Gesellschaft Voicestream erhielten Aktionäre auf dem derzeitigen Kursniveau praktisch umsonst.

Die meisten Investmenthäuser teilen den Optimismus. Auch die Analysten von ABN Amro meinen, dass es noch andere mögliche Käufer für die Kabelnetze gebe. So bestätigte der britische Finanzmakler Compere Associates, dass der geforderte Preis fair sei. Mit Kursziel 20 ? rät die niederländische Bank längerfristig zum Kauf der T-Aktie.

Allein in den vergangenen zehn Tagen sprachen neben Morgan Stanley sieben Häuser positive Empfehlungen für die Telekom aus. In den vergangenen vier Wochen gab es nach Angaben der Finanzagentur Bloomberg 14 Kauf- und drei Verkaufsempfehlungen. Acht Analystenhäuser rieten zum "Halten" der T-Aktie.

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