"Banklizenz kein Problem"
DZ-Bank will Hypo-Aktivitäten massiv ausbauen

Bis Mitte kommenden Jahres wird die DZ Bank, das genossenschaftliche Spitzeninstitut in Frankfurt, die Immobilienaktivitäten unter dem Dach der VR Immobilien-Holding bündeln.

beu HAMBURG. Damit kann die genossenschaftliche Bankengruppe in neue Geschäftsfelder einsteigen, die ihr bisher verschlossen waren. Und sie kann die Marktanteile im Massengeschäft der privaten Immobilienfinanzierung ausweiten, wie der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank AG (DG Hyp), Hamburg, Hermann Remaklus erklärte. "Wir können künftig im Markt auftreten wie eine gemischte Hypothekenbank", betonte Remaklus in Hamburg.

Vorgesehen ist, die 88 % der DZ-Bank an der Bausparkasse Schwäbisch Hall (BSH), die 100 % an der DG Hyp sowie die gemeinsame Tochter von DG-Hyp und BSH, die VR Kreditwerk AG, Hamburg, unter die Holding zu stellen, über deren Namen und Sitz noch entschieden werden muss. Die Arbeit als gemischte Hypothekenbank soll durch die Gründung einer Immobilienbank ermöglicht werden. Diese könnte entweder direkt in der Holding angesiedelt werden, oder unter dem Dach der Holding arbeiten, indem Teile der DG Hyp in einen Bankmantel ausgegliedert werden. "Die Banklizenz ist für uns kein Problem", sagt Remaklus. Die ab Jahresanfang eingesetzten Projektgruppen müssten über den Weg entscheiden.

Bereits bis 2004 rechnet Remaklus damit, dass das Mengengeschäft von BSH und DG Hyp in der privaten Immobilienfinanzierung von 5 Mrd. Euro auf 10 bis 15 Mrd. Euro gesteigert werden kann. Remaklus begründet dies mit der gemeinsamen Nutzung des BSH-Vertriebs. Durch die Kombination der Refinanzierungsstärke der DG Hyp mit der Vertriebsstärke der SBH könnten die Geschäftsmöglichkeiten über die 1 700 Volks- und Raiffeisenbanken mit ihren 30 Mill. Kunden genutzt werden. Doch Remaklus weiß: "Wir müssen jetzt bei allen Volks- und Raiffeisenbanken Überzeugungsarbeit leisten." Darüber hinaus biete sich die Chance, an Kunden über den SHB-Außendienst mit einem gemeinsamen Produkt heranzutreten, wenn die Bank die Immobilienfinanzierung nicht leisten kann und dem Auftritt des SHB-Außendienstes zustimmt.

Die Gründung der Holding wird etwa 9 Mill. Euro kosten, soll ab dem Jahr 2003 aber ein jährliches Synergiepotenzial von mindestens 25 Mill. Euro bringen. Rund 7,7 Mill. Euro sollen jährlich bei den Personal- und Sachkosten eingespart werden. Wichtiger für Remaklus sind die Ertragssysynergien von 18 Mill. Euro jährlich. In die Berechnung seien allein die Margenverbesserungen im Anlage- und Refinanzierungsbereich eingeflossen. Die Vertriebseffekte blieben dabei ebenso unberücksichtigt wie Skaleneffekte bei der Kreditwerk AG, die die Abwicklung mache.

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