Bankpräsidentin sagt im Amtsenthebungsverfahren aus
Estrada soll mit falschem Namen unterschrieben haben

ap MANILA. Der philippinische Präsident Joseph Estrada hat nach Aussage einer Bankpräsidentin finanzielle Transaktionen mit einem falschen Namen unterzeichnet. Die Vizepräsidentin der Bank Equitable PCI, Clarissa Ocampo, sagte am Freitag im Amtsenthebungsverfahren gegen Estrada, sie habe gesehen, wie der Präsident eine Investition über 500 Mill. Peso (21 Mill. DM) mit dem Namen Jose Velarde unterschrieben habe. Sie habe die Dokumente im Februar 1999 persönlich zur Unterzeichnung in den Präsidentenpalast gebracht. Ocampo erklärte, andere Bankmitarbeiter könnten ihre Aussage bestätigen.

Ocampo will ihre Aussage nach der Weihnachtspause am 2. Januar fortsetzen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, Dokumente und Zeugenaussagen würden zeigen, dass Estrada über mehrere Konten verfüge, die er nicht wie vorgeschrieben angegeben habe. Auf einem dieser Konten seien 1,2 Mrd. Peso (50 Mill. DM) gefunden worden. Estrada werden Korruption und Verstöße gegen die Verfassung vorgeworfen. Wenn zwei Drittel der 22 Senatsmitglieder ihn für schuldig halten, muss er sein Amt abgeben. Nach dem philippinischen Gesetz müssen alle Politiker ihr Vermögen offen legen. Estrada gab sein Vermögen im vergangenen Jahr mit 35 Mill. Peso (1,5 Mill. DM) an.

Ocampo sagte außerdem aus, Estrada habe unter dem Namen Jose Velarde ein geheimes Konto bei ihrer Bank eröffnet. Derselbe Name erschien auch auf einem Scheck über 2,8 Mill. $, mit dem Estrada nach Ansicht der Anklage ein Haus für seine Geliebte bezahlte. Der Präsident hat erklärt, er sei nicht der Eigentümer des Kontos. Estrada wird vorgeworfen, sich durch Gelder aus illegalem Glücksspiel bereichert und Tabaksteuern zurückgehalten zu haben. Die Anklage versuchte unterdessen, den Präsidenten zur Aussage über die Glücksspielaffäre zu bewegen. Am Donnerstag seien ihm eine Reihe diesbezüglicher Fragen zugestellt worden, sagte der Kongressabgeordnete Roan Libarios. "Wir können ihn nicht zur Aussage zwingen, weil er Angaben verweigern kann, mit denen er sich selbst belasten würde", sagte Libarios. "Sollte er aber einige Dinge zugeben, würde das unsere Arbeit sehr erleichtern." Estrada will die Empfehlung seiner Anwälte abwarten, ehe er sich für oder gegen eine Aussage entscheidet.

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